Der Hauptgrund der Spaltung unter den Kreuzträgern und Botschaftslesern, die verschiedenen Versionen des Werkes der Gralsbotschaft und die damit verbundenen Argumente, für das dafür und dagegen, werden in diesem Vortrag ausführlich und sachlich behandelt mit dem Ziel aufzuklären und dem Leser bei der Suche nach der Wahrheit zu unterstützen.
Einführung
Seit dem Tod des Autors Oskar Ernst Bernhardt herrscht unter den Anhängern des Gedankenguts der Gralsbotschaft ein großer Zwiespalt. Denn seit dem Tod des Autors Abdruschin ist etwas Dramatisches geschehen, das sie vor eine schwierige Loyalitätsfrage stellte.
Die Veränderung seines Werkes „Im Lichte der Wahrheit“, das seit seinem Erscheinen 1931 bis zu Oskar Ernst Bernhardts Tod 1941 unverändert geblieben war, kam unerwartet: Die Nachkriegsausgabe, auch „Ausgabe letzter Hand“ genannt, wurde 1949-50 offiziell von Oskar Ernst Bernhardts Lebensgefährtin Maria Bernhardt und seiner Adoptivtochter Irmingard Freyer herausgegeben. Diese Entscheidung und die darauf folgenden Entscheidungen der beiden Damen warfen auch unter den treuesten Abdruschins Fragen auf, die die Glaubwürdigkeit der beiden Damen in Frage stellten.
Der Kampf um die Wahrheit begann mit der Botschaft Abdruschins von höchster Stelle: „Im Lichte der Wahrheit!“
Um dieses Thema richtig zu beleuchten, müssen wir zu den Ursprüngen des Werkes der Gralsbotschaft gehen und deren zeitliche Entwicklung verfolgen:
Die Entwicklung der Gralsbotschaft “Im Lichte der Wahrheit” zu Lebzeiten des Autors Abdruschin
Nach der Internierung von Oskar Ernst Bernhardt auf der Isle of Man in England während des ersten Weltkrieges wurde sich Abdruschin seiner Aufgabe bewusst und es entstand der Drang, das in ihm gelegte Wissen niederzuschreiben, was in den 1920er Jahren nach und nach in den Gralsblättern seines Verlages geschah, anhand der Ausgabe einzelner Vorträge.
Erst 1926 kam die erste Ausgabe der Gralsbotschaft auch als die “Neue Gralsbotschaft“ bekannt heraus, die in einem Violetten Band und goldener Schrift zum erscheinen kam. In der 1926er Ausgabe waren 43 Vorträge, die die Grundlage zum Schöpfungswissen und der Gesetzmäßigkeiten, die er suchte zu übermitteln baten.
Dazu schrieb Abdruschin folgendes im Herbst 1926 auf einem Prospektblatt:
"Diese Gralsbotschaft gibt den lückenlosen Grundstein einer überraschenden und in ihrer einfachen und klaren Art eine jedem Menschen verständliche neue Weltanschauung! Sie ist bei der erstaunlichen Kürze der Universalschlüssel aller bisher ungelösten Welträtsel und offenen Menschheitsfragen, sowie zu dem Verstehen alles Geschehens. Freudig begrüßt von Hunderttausenden, geht diese Lehre bereits wie eine zündende Flamme durch die Menge der ernsthaft Suchenden, befreiend von allem Zweifel und allem dogmatischen Ballast, weil auch der skeptischste Verstand die unbedingte Folgerichtigkeit erkennt, die vor keiner ungelösten Frage halt macht und mit sicherer Hand in die Tiefen wie zu den höchsten Höhen führt. Sachlich, knapp und klar, mit unerbittlicher Logik. Es wird dabei so manches gesagt, das den Menschen von eingebildeten Höhen reißt, aber auch vieles, das ihm gesunden Aufschwung gibt in der erwachenden Überzeugung seiner unbedingten Notwendigkeit in der gewaltigen Schöpfung. Sein Ursprung wird ihm dabei klar enthüllt wie auch sein Endziel, das so viele nur durch eigenes Versagen aus dem Nichtwissen heraus niemals erreichen können. Briefe der Begeisterung und jubelnder Dankbarkeit kommen von solchen, die das lebendige Wort erfaßte und ihnen den Schleier von den Augen riß!"
Prospektblatt aus Herbst 1926: Abd-ru-shins „Verlag der Gralsblätter“ in Tutzing /Oberbayern gibt ein Prospektblatt heraus, um für die violette Ausgabe der 320-seitigen Gralsbotschaft zu werben.
Da Abduschin aber in den folgenden Jahren mehrere Vorträge dazu schrieb, um das Werk zu ergänzen und zu vervollständigen, erschien 1931 die „Große Ausgabe“, auch als die Gralsbotschaft 1931 bekannt, in schwarzem Leder, goldener Schrift und violettem Leseband.
Diese Ausgabe, die damals vom Verlag „Der Ruf” aus München publiziert wurde, enthielt insgesamt 91 Vorträge mit einem Schlusswort, “die zehn Gebote” und anschließend den Vortrag “das Leben” (welcher nicht in der „Neuen Gralsbotschaft“ 1926 enthalten war) sowie alle Vorträge der alten Ausgabe, stufenweise darauf aufbauend.
„Wird es Euch nun noch so schwer, den rechten Weg zu finden? Gut zu sein oder böse? … (…)Freuet Euch deshalb der Verantwortung! Steckt nicht den Kopf in den Sand wie Vogel Strauss.“
(In der großen Ausgabe entfernte Textstellen aus) Verantwortung, Neue Gralsbotschaft (1926) von Abdruschin
Aber Abdruschin entschied sich gegen diese Art des Schreibens mit der möglichen Absicht, alles Persönliche wegzulassen und dem Leser den Inhalt seiner Gralsbotschaft in konzentrierter und sachlicher Form wiederzugeben. Persönliche Hinweise und rhetorische Fragen standen diesem Ziel im Wege.
Personenkulte und Sektiererei lag dem Autor, Abdruschin in seinen Zielen fern. Er lehnte bis zu seinem Tode jede Art von Personenverehrung und dergleichen ab und verwies stets auf die Sachlichkeit seines Werkes, die Gralsbotschaft, und auf Gott, den Allvater, der dieses Werk ermöglicht hat, denn er verstand sich nur als sein Diener. Gerade das spricht für die Art der Änderungen, die er in den Jahren 1926 bis 1931 vollzog, nämlich das Persönliche zu entfernen und die Botschaft seines Werkes sachlich und schlicht zu vermitteln, ohne auf wichtige Einzelheiten zu verzichten, die der Verdeutlichung dienen.
In seinem ergänzenden Vermerk 1939 schrieb er dazu folgendes:
(…)“Nicht ich als Person bin deshalb Anlaß und Mittelpunkt alles bisher Geschehenen, wozu auch die Zusammenschlüsse eigener Vereinigungen gehören, sondern lediglich meine Werke “ (…)
Kipsdorf, den 26. Oktober 1939 gez. Oskar Bernhardt, Abdruschin
Seine Aussagen, die sich in seinen verschiedenen Werken wiederfinden lassen, haben auch immer wieder gezeigt, dass es ihm nicht darum ging, die Menschen an sich zu ziehen und eine Art von Religion zu gründen oder noch weiter zu gehen, eine Sekte oder einen Kult zu errichten. Welchen Menschenschlag er zu erreichen suchte mit dem Wort, zeigte schon das Vorwort „Zum Geleite!“ der Gralsbotschaft:
„Religiöse Fanatiker und haltlose Schwärmer mögen ferne davon bleiben; denn sie sind der Wahrheit schädlich. (…) Das nachstehende Wort bringt nicht eine neue Religion, sondern es soll die Fackel sein für alle ernsten Hörer oder Leser, um damit den rechten Weg zu finden, der sie zur ersehnten Höhe führt.“
„Zum Geleite!“ Grosse Ausgabe, Im Lichte der Wahrheit, Abdruschin
„Eindeutschungen“
Ein weiterer Unterschied der 1926er und 1931er Gralsbotschaft war, dass der Herr sich dafür entschied, die Gralsbotschaft „eindeutschen“ zu lassen. Das bedeutet, dass Wörter wie zum Beispiel “Atmosphäre“, was von „Atmos“ im Altgriechischen kommt, mit Wörtern wie “Umwelt” ersetzt worden sind. Diese „Eindeutschungen“ werden oft in Verbindung mit der damaligen nationalistisch orientierten Bewegung zum deutschen „Sprachpurismus“ gebracht. Damals wollte man die deutsche Sprache von allen Fremd- und Lehnwörtern aus anderen Sprachen „reinigen“. Hierzu ein Auszug aus dem Vortrag „Sittlichkeit“:
Blau sind die deutschen Wörter englischen Ursprungs in der Ausgabe 1926, rot die Änderungen in der Ausgabe von 1931. Auszug aus „Die Wirkung der Eindeutschungen in der Ausgabe von 1931“ (anhand eines Vortrags).
„An diesen meinen Worten ist nun nicht das Geringste geändert worden. Sie sind heute noch genau so zu lesen wie von Anfang an und können mit als Beweis und Grundlage meiner Erwiderung gelten.
So, wie sie jetzt noch sind, waren sie von Anfang an. Wenn sich bei diesem oder jenem Menschen eine eigene Überzeugung durch andere Einflüsse oder Absichten verschoben oder geändert haben sollten, so kann man mir deshalb nicht die Absicht irgend eines Betruges vorwerfen!
Es ist von meiner Seite nichts anderes geschehen oder verändert worden, sondern alles ist so geblieben, Wort für Wort. Und diese Worte sind meine unveränderte, volle Überzeugung…„
Kipsdorf, den 26. Oktober 1939 gez. Oskar Bernhardt, Abdruschin
Bestärkend ist auch der Brief Abdruschins von 1931 an Herrn Josef Kovar, der bei der Übersetzung der Gralsbotschaft (Große Ausgabe) ins Tschechische mitgewirkt hat. Der Brief gibt über den Druck des Werkes „Im Lichte der Wahrheit“ deutlich Auskunft und deren Unverrückbarkeit in der Form, wie sie ist:
„Die ganze Botschaft ist bereits bei der Druckerei im Setzen begriffen um im April als ein grosses Buch herauszukommen. Sie wurde dafür besonders zusammengestellt.“ (…)
„Eine Übersetzung müsste deshalb nur nach diesem in sich abgeschlossenen Werke erfolgen, um dann für immer in dieser Form zu bleiben.“
Vomperberg, den 10/01/1931, Abdruschin an Josef Kovar
Dieses Schreiben des Verfassers erweckt nicht gerade den Eindruck, als ob er von dem Druck seiner Botschaft nichts gewusst hätte, als ob er den Druck nicht genau verfolgt hätte, als ob er sich in naiver Weise von dem Druck seines Buches, das er als Teil seines göttlichen Auftrags ansieht, hat irreleiten lassen. Auch gibt es einen klaren Hinweis darauf, dass die Gralsbotschaft als „Große Ausgabe“ in ihrer Form keiner Änderungen bedarf, da sie in der von ihm gegebenen Form „abgeschlossen“ ist, was daher auch jegliche weiteren Veränderungen dieses Werkes von ihm persönlich komplett ausschließt. Außerdem wäre es verständlich, wenn Abdruschin gerade in dieser Angelegenheit, nämlich in der Weitergabe seines von ihm „abgeschlossen“ bezeichneten Werkes, besonders auf Worte und Druck geachtet hätte.
Zusammenfassung der Unterschiede:
48 neue Vorträge wurden hinzugefügt mit logischer Entwicklung.
9 Vorträge wurden in die alte Reihenfolge eingefügt.
Das Schlusswort, die 10 Gebote und Vortrag „Das Leben“ wurden hinten angesetzt.
Das persönliche wurde entfernt und sein Werk wurde sachlicher und schlichter ohne auf wichtige Einzelheiten zu verzichten.
Rhetorische Fragen wurden entfernt.
Einige Begriffe wurden geändert, auch von Befürwortern der „Ausgabe letzter Hand“ „Eindeutschungen“ genannt.
Autor, Abdruschin, beschrieb sein Werk als „vollendet“ (im Schlusswort der Gralsbotschaft) und „abgeschlossen“ und schrieb an Josef Kovar das es „für immer in dieser Form“ zu bleiben hatte.
Die „Ausgabe letzter Hand“
Nach dem qualvollen und medizinisch rätselhaften Tod Abdruschins im Jahre 1941 soll eine neue Gralsbotschaft für die „Nachkriegsmenschheit“ entstanden sein, die auch als „Ausgabe letzter Hand“ bezeichnet wird.
Daniel Swarovski und Alfred Gregoire, die ein persönliches Testament entweder für die zu Gesicht bekommene Bearbeitung der Gralsbotschaft durch Abdruschin selbst oder für die scheinbare Rede von der Absicht, dies zu tun, nach dem Kriegsende abgaben, unterstützen die von den Damen, Irmingard Freyer und Maria Bernhardt, ausgehenden Veränderungen der Gralsbotschaft im neuen Maria Bernhardt Verlag. Außer ihnen gab es dann später, nach der Veröffentlichung, noch andere Vertraute der Damen, die sich für diese Aussagen aus verschiedenen Gründen eingesetzt haben. Bis dann schließlich 1948 zum ersten Mal die überarbeitete neue Gralsbotschaft „letzter Hand“ zum Erscheinen kam und dann 1949-1950 offiziell unter der Hand von Irmingard Freyer und Maria Bernhardt zum Verkauf herausgegeben wurde.
Ganz ohne Gegenwind wurden diese Veränderungen jedoch nicht empfangen…
Einige Kreuzträger und Berufene, darunter auch Menschen, die Abdruschin sehr nahe standen, wie der bekannte Jünger Hellmuth Müller-Schlauroth, der die Damen und Abdruschin in seinem Schlossgut Schlauroth unterbrachte, Jüngerin Rosalis von Sass sowie Aussagen aus den Erinnerungen von Josef Wagner und Otto Ernst Fritsch mit Abdruschin, die zu seinen engsten Vertrauten gehörten, sprachen dagegen.
Einige fragten sich, warum es zu einer solchen Änderung kam, und baten um eine offizielle Erklärung für diese Entscheidung, da sie mit den bisherigen Aussagen Abdruschins in keiner Weise übereinstimmte. Dies geschah fragwürdigerweise erst sieben Jahre später, 1956, nach der Veröffentlichung der „Ausgabe letzter Hand“ 1949, als Fräulein Irmingard vor dem Bezirksgericht in Schwaz folgendes erklärte:
„Die Gralsbotschaft wurde von ihrem Verfasser, Herrn Oskar Ernst Bernhardt, selbst in den Jahren 1939 bis 1941 überarbeitet. Im September 1938 wurden wir Herr Oskar Ernst Bernhardt, seine Frau Maria (Bernhardt), mein Bruder Alexander und ich von der Gestapo nach Schlauroth b. Görlitz zwangsverwiesen. Im März 1939 übersiedelten wir mit Genehmigung der Gestapo nach Kurort Kipsdorf im Erzgebirge. In jenem Jahr begann Herr Oskar Ernst Bernhardt mit der Überarbeitung der Gralsbotschaft. Ende Mai 1941 war das Manuskript der Überarbeitung druckreif. Die Überarbeitungen bezogen sich auf Änderungen verschiedener Art. Zum Teil handelte es sich um die Berichtigung von Satzzeichen, um das Umstellen von Worten, um die Streichung oder Kürzung ganzer Sätze oder Absätze, die eine Wiederholung von Gedanken enthielten, welche bereits in vorhergehenden Sätzen oder Absätzen ausgesprochen waren. Er strich aber auch Worte, Sätze und auch ganze Seiten, wenn er von den in ihnen wiedergegebenen Gedanken der Ansicht war, daß die Menschen sie doch nicht verstehen würden. Für diese Meinung war das Erleben der letzten Jahre vor seinem Weggang maßgebend. Die Korrekturen nahm Oskar Ernst Bernhardt in der Form vor, daß er in ein Exemplar der Grals botschaft, welches für diesen Zweck bestimmt war, mit Bleistift seine Hinweise schrieb, die Streichungen durchführte und Zeichen dort machte, wo er Änderungen oder Ergänzungen wünschte. Diese Änderungen und Ergänzungen schrieb er jeweils auf ein besonderes Blatt Papier. Ich habe dann diese Bleistift-Notizen, weil sie sich leicht verwischten und unleserlich zu werden drohten, mit der Schreibmaschine auf Streifen Papier geschrieben, die entsprechende Bleistift-Schrift im Änderungs-Exemplar der Gralsbotschaft wegradiert und die maschinengeschriebenen Streifen durch Aufkleben eingefügt. Seiten in der Gralsbotschaft, auf denen größere Absätze gestrichen waren, überklebte ich, soweit die Streichungen gingen, oder schrieb die Seite in der geänderten Fassung mit der Maschine völlig neu und klebte die neue Seite ein. Da sich auch die Reihenfolge der Vorträge änderte, ergab es sich, daß ein Vortrag aus der Reihe genommen und an einer anderen Stelle eingefügt werden mußte. Ich habe alle Änderungen genau nach den Anweisungen des Verfassers der Gralsbotschaft durchgeführt. Er prüfte jede Änderung. Dieses Verfahren ist auch der Grund, weshalb nur noch wenige Manuskriptblätter mit den handschriftlichen Änderungen des Herrn Oskar Ernst Bernhardt vorhanden sind.“
Es ist geradezu günstig, dass „nur noch wenige“ Beweise bzw. originale „Manuskriptblätter“ vorhanden sind, weil sie von Fräulein Irmingard „überklebt“, mit der Schreibmaschine „völlig neu geschrieben“ oder verwischt waren… Hätte man den hochwichtigen Auftrag erhalten, die Gralsbotschaft, die eine Schöpfung aus göttlicher Wahrheit ist, neu zu schreiben, ganz abgesehen davon, dass das allein schon unmöglich ist, so würde man alle Beweise des Verfassers sorgfältig aufbewahren, um der Verwirrung und dem Mißtrauen vorzubeugen, die naturgemäß aus den bisherigen Äußerungen Abdruschins entstehen würden, die sein Werk, die „Große Ausgabe“, als „vollendet“ und „in sich abgeschlossen“ bezeichnen. Es würde ein Dokument entstehen, das den Willen des Autors klar zum Ausdruck brächte! Abdruschin selbst hätte sich um etwas so Wichtiges, etwas das er als sein Hauptziel ansieht, wie diese Angelegenheit gekümmert. Aber dennoch besteht das starrköpfige Beharren vieler Kreuzträger und Botschaftleser, dass Abdruschin der Autor dieser Ausgabe ist!
Es ist geradezu unmöglich, dass der Herr sein Wort widerrufen oder auch nur das kleinste Wort um der kleinen Menschen willen ändern würde, denn Sein Wort ist Seine Überzeugung, so wie Jesus für Sein Wort gestorben ist und das Blut am Kreuze das Siegel seiner Überzeugung war! Es wäre ein Sieg der Dunkelheit gewesen, wenn Abdruschin aus Gründen von Druck und Angst um der Folgen seiner Entscheidung, sein Wort geändert hätte. Es wäre gleichbedeutend mit der Flucht Jesu vor dem Kreuzestod, der sein Wort verwischt und sein Kommen umsonst gemacht hätte! Es kann also nur durch einen Außenstehenden geschehen sein.
Das Schreiben gibt eine Wiedergabe der Ereignisse, wie Fräulein Irmingard sie schildert, aber ohne Begründung für die Natur der Änderungen. Das einzige, was sie erwähnt, ist, dass Abdruschin „auch ganze Seiten, wenn er von den in ihnen wiedergegebenen Gedanken der Ansicht war, dass die Menschen sie doch nicht verstehen würden“ gestrichen hat. Also anders gesagt, er tat es, weil die Menschen nicht die Reife hatten, um die gestrichenen Inhalte zu verstehen, oder dass der Mensch sich dermaßen in den 4 Jahren verändert hat, bzw. über die Jahre 1937 (Jahr der ersten Berichte einer bevorstehenden Veränderung der Botschaft) bis 1941, dass es einer völligen Umstrukturierung des Verlaufs der Gralsbotschaft bedarf, die keiner logischen aufbauenden Entwicklung von seinem Vorläufer zu entnehmen ist, wie so oft behauptet wird. Dieser logische Aufbau ist im Gegensatz dazu zwischen der Ausgabe 1926 und 1931 klar zu sehen.
Wie vereint sich der Gedanke „eines neuen Aufbaus der Gralsbotschaft“ mit der Aussage Abdruschins 1934?
Es ist im Aufbau meiner Botschaft das Geheimnis der Allweisheit mit verbunden, die die Menschengeister und auch deren Fähigkeiten besser kennt als wie Ihr Menschen es vermögt. Und dieser Weisheit müßt Ihr Euch auf alle Fälle fügen, sonst erreicht Ihr nie, was Ihr erstrebt!
„Ich sende euch!“ Nachklänge I von der Gralsbotschaft, 1934, Abdruschin
Und gerade diese „Allweisheit“ ist in dem so logischen pyramidenhaften Wissensaufbau der „vollendeten“ Großen Ausgabe Abdruschins zu sehen, den man jedoch in der neuen „Ausgabe letzter Hand“ vergeblich suchen muss:
Irmingard schreibt: „…weil die Menschen es doch nicht verstehen würden“. Also um des Unvermögens der Menschen willen, meint Irmingard, habe der Herr sein Wort verändert, um es besser verständlich zu machen…
Aber wie vereint sich das wiederum mit dieser Aussage des Autors:
„Das Wort soll sich nicht nach den Menschen richten, sondern alle Menschen nach dem Wort! Denn das Wort ist, die Menschen aber sollen erst noch werden. Der Menschhat diesmal an das Wort heranzutreten, nicht das Wort an die einzelnen Menschen. Begreift das wohl und prägt es Euch fest ein; denn darin liegt die Hilfefür die Menschen und für Euch Erfolg.
„Ich sende euch“ aus den Nacklängen I, 1934 von Abdruschin
Auch der Titel, „Ausgabe letzter Hand“, muss Fragen aufwerfen. Gerade weil „letzte Hand“ bedeuten würde, dass es die letzte Handreichung vom Licht aus gesehen ist. Was eine weitere Handreichung aus dem Licht, zum Beispiel vom wiedergeborenen, also wiederinkarnierten Menschensohn, komplett ausschließt.
Also anders gesagt: der Herr hat alles, was zu sagen war, gesagt, es gibt nichts mehr zu sagen und Er kommt nicht wieder. Schluss. Fertig.
Das widerspricht jedoch folgenden persönlichen Aussagen Abdruschins, wenn man von der absoluten Wahrheit seiner Worte ausgeht:
„Ich gebe auch dabei zuerst wieder nur die gerade Linie abwärts an, die zu Euch entwickelten Menschengeistern führt, und lasse alle Abzweigungen unberührt und ungenannt, so auch zum Beispiel Loherangrin, da er kein Ausgangspunkt ist. Später komme ich schon noch darauf. Erst gebe ich die Stützpunkte im Schöpfungsbau !“
„Nachklänge zur Gralsbotschaft II“ „Die geistigen Ebenen V“ von Abdruschin– Vortrag Nr. 15
Ich werde später noch von allen Einzelheiten ganz ausführlich sprechen, welche nötig sind, das Bild vollständig zu ergänzen, was ich heute nur in großen Zügen gab.“
„Die Stimme“, Heft 1 „Das Blutgeheimnis“ von Abdruschin– Januar 1937
Auch sagte Abdruschin zu einem seiner Getreuen:
„Jedes meiner Worte wird sich erfüllen!“
Abdruschin aus den Erinnerungen von Otto-Ernst Fritsch
Denn Abdruschin konnte nur erfüllen. Er sprach direkt aus der Quelle der Wahrheit, und die Wahrheit ist ewig, unveränderlich und überzeitlich. Sein Wort war nicht nur, wie es irrtümlich von vielen Kreuzträgern und Gralsbotschaftslesern für die Erdenmenschheit bestimmt, sondern für alle Weltteile, sogar für die ganze Schöpfung. Das lebendige Wort, welches herabkam in dem Menschensohne zu dieser Erde und von dieser Erde, im Kreislauf der Strahlungen zurückpulsiert in alle Schöpfungsteile und daher auch Gültigkeit für alle anderen Weltteile hat!
Immer wieder ist es der Mensch, der sein Wollen, seine Wünsche, sein beschränktes Wissen dem Worte aufzwingen möchte, anstatt sich demutvoll der Bedeutung der Worte, wie Abdruschin sie uns gab, zu öffnen. Anstatt Gott verstehen zu wollen und sich ihm, durch die Befolgung Seines Willens in der Schöpfung dienstbar zu machen, will er sich Gott dienstbar machen, das aus Gnaden überbrachte Wort verbiegen, so dass es seinem Zwecke dient, seinen Wünschen und Vorstellungen entspricht!
Wenn Sie die Zwecke, der Menschen verstehen wollen, die das Wort des Menschensohnes verbogen, dann lade ich Sie ein weiterzulesen.
Folgendes Dokument gibt zu dem Thema Wiederkehr des Menschensohns und „letzte Hand“ aus dem Licht hilfreiche Auskünfte:
Der Herr sagte eines Tages sinngemäß etwa Folgendes zu meinem Vater, der es mir dann weiter erzählte: „Der neue Aufbau könne nur von Ihm, dem Herrn, und von hier oben, vom Vomperberg aus, erfolgen.“
Abdruschin, aus den Erinnerungen von Otto-Ernst Fritsch
Meine Meinung dazu:
Während des Krieges wurden Frau Maria und Fräulein Irmingard als Staatsfeinde eingestuft und relativ streng überwacht, obwohl der eigentliche „Gegner“ der Nazi-Ideologie bereits ausgeschaltet war.
Die Verhaftung Abdruschins, von der Gestapo auf dem Vomperberg 1936
Dies brachte naturgemäß große Unsicherheiten für die Frauen mit sich.
Eine Unsicherheit, die nach einer gewissen Steigerung in Angst und Verfolgungswahn ausarten konnte und zu bestimmten Handlungen führte, um sich vor weiterer Aufmerksamkeit der Gestapo zu schützen und sich ihr gegenüber wohlwollend zu verhalten.
Schon 1939 ist die Rede von dieser Unsicherheit, die sich in „Nervosität“ gezeigt hat, von Josef Wagner, einem treuen Berufenen des Herrn, der als Einziger mit seiner Frau und Kind, die Familie Bernhardt in den letzten Jahren begleiten durfte.
„Mir kam es vor als hätte sich bei den Damen das ganze Wesen geändert. Der Herr verstand es und half uns, besonders mir, es zu verstehen, die Nervosität von Frau Maria zu überbrücken, ansonsten wäre ich auf und davon. (…) Mein Kind, die Edith kam zur Familie Vollmann nach Großenhain, weil Frau Maria so nervös wurde, daß das Kind, was an sich sehr brav war weg mußte und somit meine Frau noch mehr frei war für die viele Arbeit.“
Zitat aus „Mein Weg zur heiligen Botschaft“, beim Schweizerhof 1939, Josef Wagner,
Genau diese Situation strengster Überwachung und die Angst, die sich in ihren Herzen anfing breit zu machen, Angst um ihr Leben und ihre Zukunft, die schon beim Ahnen des Hinübergehens Abdruschins, das dann ohne sie geschah, anfing Halt zu nehmen.
Eine Zwischenfrage an den Leser
Sind diese Nervosität, diese Angst und Unsicherheit Ausdruck eines unerschütterlichen Gottvertrauens, wie es dem mit dem Göttlichen Verbundenen eigen ist? Oder sind sie eher Zeichen menschlicher Gefühle? Werke des Verstandes?
Bereits im Jahre 1941 sagte Abdruschin zu den Damen, als sie ihn dazu drängten, gegen seinen Willen mehr Nahrung zu sich zu nehmen:
„Ihr dürft nicht irdisch denken, damit hemmt Ihr mich!“
Aus „Des Herrn letzte Erdenstunden“ von Dr. Karl-Heinz Hütter
Die Damen fingen an, „irdisch“ zu „denken“, anstatt geistig und nach der reinen Empfindung im Gottvertrauen zu handeln. Solche Erzählungen zeigen deutlich, dass die Sorgen und die Nervosität bei den Damen so viel Raum einnahmen, dass sie sich nicht mehr richtig mit dem Licht verbinden konnten. Sie vertrauten den Worten Abdruschins nicht mehr, wollten sogar gegen seinen ausdrücklichen Willen handeln, auch wenn es „gut gemeint“ war.
Gerade diese Gefühle, die nicht aus der Empfindung kamen, boten die perfekte Mischung von Einflüssen, um mit der Vernichtung und Manipulation der Werke und Dokumente Abdruschins zu beginnen und das erste Gebot des Herrn, was seine Botschaft anbelangt, zu übertreten:
„Ich übergebe Euch die Botschaft nicht, damit Ihr nun nach Eurem Gutdünken damit verfahren könnt bei ihrer Weitergabe an die Menschen, sondern ich bedinge, daß sie unverrückbar bleiben muß in allem, was sie birgt und wie sie ist! Wer nur den kleinsten Sinn, das kleinste Wort verändern will, wenn auch im besten Wollen, macht sich schuldig!“
„Ich sende euch!“ Nachklänge I von der Gralsbotschaft, 1934, Abdruschin
Manche Leser meinen dann, der Herr habe sich mit dieser Aussage an die Menschen gewandt, aber für ihn selbst gelte diese Regel nicht, der ja der Autor und der Menschensohn ist. Aber gerade für ihn, der von sich sagte: „Ich lebte, was ich schrieb“, und der die Gesetze, die er aufstellte, nicht willkürlich über den Haufen warf, müssen sie genauso unerbittlich gelten. Würde er sein eigenes, als „vollendet“ bezeichnetes Werk, das aus der Wahrheit selbst geschöpft und darum vollkommen und überzeitlich ist, wie die Wahrheit selbst, ändern, so wäre das ein Betrug an sich selbst und der untrüglichste Beweis, dass er nicht die Wahrheit spricht und für seine Überzeugung zu sterben bereit ist! Seine Lehre würde im Sand verlaufen! Genauso wie das Wort Jesu, wenn Jesus nicht bereit gewesen wäre, für seine Überzeugung am Kreuze zu sterben.
Ich bin nicht der Meinung daß Fräulein Irmingard und Frau Maria die Intention hatten Abdruschin in irgendeiner Weise zu schädigen, ihre Motivation galt erst den Krieg zu überleben und sie sahen Stellen die sich auf den „Menschensohn“, „Imanuel“, das Deutsche Volk, Führertum usw. bezogen als Gefahr dafür. Sie waren nach ihrer Meinung gezwungen alles was darauf hinweisen würde zu löschen und zu vernichten um sich selber zu schützen.
Fräulein Irmingard, die Reinheit, in den 1930er Jahren im Vergleich zu Fräulein Irmingard 1964.
Frau Maria, die Liebe, in den 1930er Jahren im Vergleich zu Frau Maria in den 1950er Jahren.
Ein Blick in die Augen
Man sagt, dass die Augen das „Fenster zur Seele“ bilden und dass „der erste Eindruck immer der richtige ist“. Was sehen Sie in den Augen der Frauen, wenn Sie die Bilder ganz unvoreingenommen vergleichen? Herrscht ein Unterschied?
Die Sünde jedoch lag darin, dass Sie sich nach dem Krieg entschieden, den Druck einer völlig neuen Gralsbotschaft zu veranlassen, unter dem Namen des Autors „Abd-ru-shin“, und die ehemaligen Anhänger und Vertrauten aufforderten, die „alte“ Botschaft zu vernichten!
Erst nach dem Krieg wurde die „Ausgabe letzter Hand“ in eine Art Geldgeschäft umgewandelt, und andere Motivationen flossen in die Weitergabe der „Gralsbotschaft“ in der heutigen verfügbaren Form hinein. Anhand Aussagen einiger Zeugen, darunter Wulf Dietrich Rose, ein ehemaliger Angestellter und Sekretär von Fräulein Irmingard auf dem Vomperberg, hieß es, dass die Botschaften 1931 und die Nachklänge I, die auf dem Berg gelagert waren, „im Heizungskeller verbrannt wurden“, und darauf forderten sie ihre Anhänger auf, in allen Ländern das Gleiche zu tun. Das warf schon die ersten Fragen auf…
An was erinnert das wohl?Hier eine Bücherverbrennung 1933, keine 15 Jahre vor der Verbrennung der Botschaften auf dem Vomperberg, in Deutschland. Nur geschah dies, im Gegensatz zu dieser Bücherverbrennung heimlich, im Heizungskeller auf dem Vomperberg unter Aufsicht von Frau Maria und Fräulein Irmingard.
Historisch gesehen ging es bei Bücherverbrennungen entweder um dunkle und schädliche Werke, wie die „Satanischen Verse“, die 1989 in Den Haag verbrannt wurden, oder um die Unterdrückung von Wissen, das dem Status quo widersprach, wie im Falle des chinesischen Kaisers Qin Shihuangdi, der im Zuge der Reichseinigung zu rigorosen Maßnahmen griff. Damals wurden die Vielfalt verschiedenen Wissens philosophischer Schulen abgeschafft und verboten. Nur die staatstragende Philosophie war erlaubt. Daher wurden im Jahre 213 v. Chr. die Bücher aller anderen Schulen verbrannt.
Die Gralsbotschaft von 1931 war kein dunkles oder schädliches Werk, d.h. die erste Variante der Bücherverbrennung trifft auf den Vomperberg nicht zu. Die Frage ist nur: was war die ’staatstragende Philosophie‘ der Gralsbewegung, welche die Verbrennung der ‚alten‘ Botschaft nötig machte?Abdruschin hinterließ auch keine Urheberrechte (Verfasserrechte) für seine Gralsbotschaft 1931 und den Nachklängen I, was bedeutete das jeder sein Werk nach Bedarf drucken konnte, was naturgemäß den Damen und den Geschäftsmännern des Berges zum Nachteil wurde.
Es war geradezu notwendig alle dagegensprechenden Dokumente, wie die Urfassung und Aussagen des Herrn zu vernichten um jegliche Art von Widerstand zu vermeiden.
Die Form mit den verbundenen Inhalten der „Ausgabe letzter Hand“ hat den Vorteil, dass sie ihren Lesern die Überzeugung vermittelt, dass der Menschensohn nicht wiederkommen wird, wobei immer wieder auf das Versagen der Menschen hingewiesen wird. Diese Glaubenssätze werden den Lesern auch immer wieder eingeschärft, wenn sie den Mut aufbringen, ihr Leben dem „Dienst am Licht“ zu widmen, auf dem Vomperberg zu leben und zu arbeiten, wie es viele aus aufrichtigem Herzen getan haben. Mit den Mitteln der Angst und Meinungsunterdrückung und durch die Förderung von Versagensdenken und Schuldgefühlen, gelang es der Leitung der Siedlung auf dem Berg, die Menschen buchstäblich an sich zu ketten, sie gehorsam und klein zu halten. Und gerade die Umgestaltungen im Buch „Im Lichte der Wahrheit“ und den mitverbundenen Glaubenssätzen bildeten den idealen Nährboden für die als „Gralsbewegung“ bekannte Sekte und ihre mannigfaltigen Abzweigungen, die im Namen des Urhebers Abdruschin und zum „Wohle der Menschheit“ weiter wirken.
Was ist das Ziel der Gralsbewegung und den anderen verschiedenen Gralsorganisationen?
Leider ist es genau das Gleiche, wie es in jeder anderen Sekte der Fall ist. Gier, Macht unter dem Deckmantel der „Erweiterung und Verbreitung“ und die menschliche Verehrung. Dabei halten sie ihre Anhänger klein und versklavt. Von Meinungsfreiheit oder gar der Freiheit des eigenen Denkens kann hier wenig Rede sein. Der Wille Abdruschins und seine Ziele sind mit der heutigen Gralsbewegung nicht in Einklang zu bringen und müssen als etwas völlig anderes und Eigenständiges betrachtet werden.
Die Sklaven dieses hierarchischen Kultsystems sind viele, die sich heute „Kreuzträger“ nennen, Träger und Leber der Wahrheit. Sie scheinen aber nicht zu begreifen, was dieses Wort alles beinhaltet, welche Verantwortung damit verbunden ist, denn es bedeutet, lebendig und prüfend in der Schöpfung zu stehen, nicht blinder Gehorsam und Denkträgheit!
„Da Irmingard und Maria Personen hohen Ansehens waren wurde Ihnen geglaubt obwohl eine sachliche und inhaltliche Prüfung des Wortes nach dem Fortgang Abdruschins, unlösbare Widersprüche hervorrufte.“
A. Krause
Alexander Krause schreibt in seinem an die Gralsbotschaftsleser gerichteten Schreiben „Am Ende kam das Wort“:
Wenn eine gänzlich Unbekannter von der Veränderung der Gralsbotschaft berichtet hätte so würde man ihm wohl schwerlich Glauben schenken, allein, weil es von Autoritätspersonen kommt, wird daran geglaubt – Wie aber vereint sich dies mit dem Gedanken „Achtet nicht des Bringers“?
(…) Eine Erklärung (für die Veränderungen) fußt immer auf veränderten äußeren Umständen, wie dem Heimgang (Abdruschins), dem Versagen der Menschen, den politischen Umständen. Es ist aber gerade der tragende Gedanke des Wortes der Gralsbotschaft, dass dieses sich nicht nach den „Umständen“ zu richten braucht, denn das Wort ist hehr, erhaben und überzeitlich.
Und gerade dieser Gedanke pulsiert durch das ganze Werk des Autors „Im Lichte der Wahrheit“ das dem Erkunden der Wahrheit gewidmet ist. Der Autor selbst schreibt:
Wahrheit ist unbeugsam, kristallklar, unpersönlich! Sie ist! Sie kommt dem Menschen nicht entgegen und dient ihm nicht! (…) der Mensch muss sich ihr dienstbar machen, wenn er bestehen will.
„Taubenfeier 1931“, Abdruschin
Die meist verbreitete Form in der die „Gralsbotschaft“ heute im Verkauf zu finden ist, ist als die sogenannten „Grünen Bänder“. Die Bänder sind zerstückelt, in drei Teile aufgeteilt, vielleicht um den Verkaufserlös damit zu steigern, denn als einbändiges Werk ist es natürlich auch verfügbar.
Auch der Autorname wurde von „Abdruschin“ wie in den Ausgaben bisher, zu „Abd-ru-shin“ geändert. Als ob ein neuer Autor am Werke wäre…
Und diese drei-teilige Form war sicherlich nicht im Sinne Abdruschins, der über sein Werk schreibt:
„Sie ist ein Ganzes, unzertrennbar, wie Gottgesetze dieser Schöpfung.“ Aus „Wie die Botschaft aufzunehmen“ ist, Nachklänge I, 1934
Und gerade diese Maßnahme zeigt, wie weit entfernt die Gralssekten und deren verschiedene Sitze in Deutschland, Nigeria, Österreich usw. wirklich vom Willen des Autors handeln!
Zum Abschluss ein Zitat von Abdruschin:
„Wenn nicht vom Aufgang bis zum Niedergang im Weltenall ein greller Blitz göttlicher Wahrheit mit Gewalt die schwüle Nacht des Geistigen durchschlägt, so ist der einschlafende Menschengeist in dieser Nachschöpfung verloren.
Denn alle Weisheit, von Berufenen gebracht, dazu bestimmt, für Erdenmenschen Aufstiegsmöglichkeit des Geistes nach den lichten Höhen anzubahnen, wurde von Anhängern dieser Berufenen vorwiegend stets zu Erdenzwecken ausgenützt! Sie blieb nicht, wie sie war, frei und natürlich, nützensollend allen Menschen, sondern es wurde an ihr mit geschulter Menschenklugheit hin und her gefeilt, bis von der eigentlichen Form in ihrer Einfachheit nichts mehr vorhanden war.
Die selbstgefälligen Verbesserer hatten damit ein eitles Unheilswerk vollbracht, an dem Millionen Menschenseelen sich verstrickten.
Es wurde alles zum Geschäft, aus dem die Sucht zur Macht sich langsam hob. Unter Verstandesleitung, die als Frucht Luzifers trefflich sich bewährte, erstanden nur noch Zerrbilder von dem, was wahre Weisheit auferstehen lassen sollte. Klug nützte dann das Dunkel dieses aus, damit die ahnungslosen Opfer blind in seine Arme fallen mußten, im geistesträgen Wahn, dem Lichte zuzustreben.“
Aus den Nachklängen I 1934 von Abdruschin, „Auferstehungsmorgen!“
Und so geschah es…
Alles in den Schriften Abdruschins, was sich auf das deutsche Volk bezog, wie der Vortrag 83: „Berufen“, Abdruschins persönliches Bekenntnis zu seiner Mission oder die Rede von ihm als Imanuel, unterdessen das bekannte Schlusswort (siehe unten) und jede Anspielung auf „Führer“ und andere durch den Gebrauch der Nationalsozialisten belastete Begriffe, wurden ausradiert. Auch alle Anspielungen auf die leibliche Gegenwart des Menschensohnes beim Endgericht, was für den heutigen Leser eine Wiedergeburt des Menschensohns bedeuten müsste, wurden gestrichen, da man, wie viele andere auch, nicht mehr an seine Erfüllung glaubte.
So entstand die heute weltweit bekannteste Ausgabe der 3 Grünen Bänder von Abd-ru-shin, die im Laufe der Jahre in vielen verschiedenen Versionen und Gestaltungen gedruckt wurde. Auch über die Jahre hinweg von 1950 bis 2015 kam es zu mehreren kleinen Veränderungen, mit dem Ziel, das Buch „flüssiger“ zu machen.
Eine komplett neue, dem älteren Vorgenossen auf den ersten prüfenden Blick unverwandte Ausgabe, ausgestattet mit einer teilweise der 1926er Ausgabe abgenommenen, aber zum größten Teil komplett neuen Vortragsordnung.
Theorien um- und neue Versionen der Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ nach 1941
Wulf-Dietrich Rose, ein ehemaliger Angestellter auf dem Vomperberg während der Wiederkehr der Damen, Maria Bernhardt und Irmingard Freyer nach dem Krieg, schrieb, was er glaubte, die wahre überarbeitete Gralsbotschaft von Abdruschin gewesen zu sein, auf seiner Webseite, nämlich die Ausgabe Gralsbotschaft 1941, Edition Rose.
Er meinte, dass die Botschaft letzter Hand nicht vollständig gewesen sei und es an wichtigen Vorträgen fehlte, die “nur in den internen Kreisen vorbehaltenen Buch >Ermahnungen< veröffentlicht” wurden, “das weder im Buchhandel noch über den Verlag der Stiftung Gralsbotschaft erhältlich ist.”
Dazu schrieb er:
“Diese [22] Vorträge wurden also, deutlich gesagt: Versteckt, verleugnet, vergessen!”
Die angebotene Lösung zu diesem Problem bietet also die Wulf-Dietrich-Rose-Ausgabe, die Ausgabe von 1941, welche im Grunde genommen die “Ausgabe letzter Hand” ist, mit den Ermahnungen vorne dran gehängt.
Der Leser wird unvorbereitet und sofort mit einigen der schwierigsten Vorträge konfrontiert und muss sich mit “Feinstofflichem Dornengestrüpp“ und “Die Flamme des Jüngers“ auseinandersetzen, ohne in die überhaupt gröbsten und einfachsten Konzepte der Gralsbotschaft Abdruschins eingeweiht zu werden.
“Die Ermahnungen”, worauf sich Wulf-Dietrich Rose bezieht, werden auf dem Vomperberg und den anderen heutigen Gralskreisen jenen angeboten, die sich von einem seiner Jünger versiegeln lassen, was etwa mit einer christlichen Taufe zu verstehen ist. Erst dann sei es ihnen erlaubt, Zugang zu diesen Vorträgen zu bekommen, die laut Rose „versteckt, verleugnet, vergessen” wurden.
Diesem Argument wird von den Befürwortern der Ausgabe „Letzter Hand“ entgegengehalten, dass die Darstellungen in den Ermahnungen zum vollständigen Verständnis wichtige Grundkenntnisse voraussetzen. Der Leser ist gezwungen, der Gliederung zu folgen (wie einst bei der „Großen Ausgabe“ und den Nachklängen I).
Auch eine neue Gruppierung schloss sich dieser Theorie an, unter der Leitung eines Simon, der genau wie Wulf-Dietrich Rose von der Richtigkeit des Aufbaus dieser Ausgabe überzeugt ist.
Einführende Vorträge: Im Lichte der Wahrheit – Stiftung IrmaIm Lichte der Wahrheit – Edition 1941 – Stiftung Irma
Abdruschin hinterließ 1941 durch ein Manuskript seine neu überarbeitete Gralsbotschaft. Das Ursprungswerk blieb jedoch davon unberührt. In diesem Manuskript legte er die Reihenfolge der Vorträge fest. Es wurden jedoch 1949, also lange nach seinem Tode, die ersten 22 Vorträge eigenmächtig herausgenommen, um sie als ein – nicht mehr im Handel verfügbares – Einzelbuch zu drucken, das erst nach dem Lesen des übrigen, jetzt verstümmelten Werkes, zu beziehen war. Damit hat man die wichtigen, geistig einleitenden Hinweise als abschließend nach hinten geschoben. Die fatalen Folgen dieser Entscheidung sind in den Rufen aus der Urschöpfung seit 2013 eindringlich niedergelegt. Es konnten sich demnach die 144.000 Berufenen nicht im genügenden Maße mehr einfinden, da ihnen mit diesem Vorgang die Brücke zur Wahrheit fehlte, womit auch für die gesamte Menschheit das Werk unerkannt bleiben musste. Nun erschien 2019 erstmals das Gesamtwerk mit dem Titel Gralsbotschaft von 1941 in der Vortrags-Reihenfolge, wie es der Verfasser ursprünglich vorgesehen hatte. Da jedoch durch das weit mehr als 70 Jahre andauernde Hinten-Anstellen der 22 einleitenden Vorträge das feinstoffliche Gleichgewicht inzwischen so stark gestört war, wurde vom Licht gefordert, dieses Gleichgewicht symbolisch wieder herzustellen. Aus diesem Grund sind diese Vorträge jetzt auch als Einzelbuch nun dem Gesamtwerk vorne angestellt worden. Damit konnte die Waage wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Sie können das Buch mit Titel „Einleitende Vorträge zum Werk „Im Lichte der Wahrheit“ nun als Einzelbuch beziehen. Mit jedem verantwortungsvollen Weitereichen wird der ursprünglich vom Licht geplante Weg wieder aufgenommen, da nur derart der berufene Menschengeist sicher zu entzünden vermag, bevor er dann im Gesamtwerk die aufbauenden Erklärungen der Schöpfungsgesetze erfahren kann, um mit diesem Wissen durchglüht dann im Dienste des Lichtes der Menschheit voranzuschreiten. Mit dem Einzeldruck der ersten 22 Vorträge soll nun der über 70 Jahre andauernde, verhängnisvolle Fehler, der das Gleichgewicht der Gralsbotschaft seit Jahrzehnten störte, feinstofflich wieder ausgeglichen werden.
Laut Simon fehlte es den Berufenen an der Brücke zur Wahrheit, da die 22 Vorträge, die zum vollen Verständnis der Wahrheit nicht vorne dranhingen, was seiner Aussage nach „fatale Folgen“ mit sich brachte… Wenn das so ist, muss die Frage auftauchen: Was ist mit den zahlreichen anderen Vorträgen, die teils in der Gralsbotschaft 1931 und teils in den Nachklängen I und II vorhanden sind und in der neuen Ausgabe verschwunden sind? Bilden diese fehlenden Vorträge nicht auch eine wichtige Brücke zur Wahrheit für die Berufenen? Fehlt es dann nicht auch an wichtigen Grundlagen zum vollen Erfassen der Wahrheit, dass das „feinstoffliche Gleichgewicht“ wiederhergestellt werden muss?
Was ist die Wahrheit?
Nun, das soll der Leser auf der Grundlage der hier niedergelegten Informationen selbst entscheiden. Genau an dieser Stelle ist jeder für seine Entscheidung selbst verantwortlich. Vielleicht hat Ihnen dieser Artikel die Augen geöffnet, vielleicht brauchen Sie mehr Beweise, um sich ein richtiges Bild zu machen…
Auf jeden Fall finden Sie unten weitere Materialien für Ihre Meinungsbildung:
Selbstreflektierung: Was formt meine Meinung?
Das Beharren auf Altem?
Der Glaube der Familie?
Mein Geltungsbedürfnis?
Mein Stolz?
Meine Trägheit?
Wünsche?
Gehorsam?
Oder… ist es mein ernsthafter Wille, die Wahrheit zu finden?
Meine Sehnsucht nach dem Licht?
Hilfreiche Literatur und Dokumente
Eine Sammlung von Werken, verschiedener Perspektiven und Meinungen zum Thema: „Was ist die richtige Gralsbotschaft?“
Wirkung der Eindeutschungen in der Ausgabe von 1931 (anhand eines Vortrags):
Das Bemühen um einen umfassenden Überblick ist zu begrüßen. Was jedoch die Schlussfolgerungen aus einer solchen Untersuchung betrifft, so ist das Thema komplex und kann nicht gewinnbringend im öffentlichen Internet vertieft werden.
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