Das Leben von Abdruschin: Ein Biografischer Überblick

Ein Überblick der wichtigsten Ereignisse, die das Leben des Schriftstellers umfassen. Eine lebendige und sehr detailreiche Darstellung, die anderswo im Internet nicht in dieser Art wiederzufinden ist.

Alle Informationen wurden aus „Die Biographie von Oskar Ernst Bernhardt genannt Abd-ru-shin und seiner Familie“ von Andre Dombrowski 11/2002 bezogen, ergänzt und mit passenden Bildern versehrt. Die Kopie der Biographie von Andre Dombrowski, finden Sie unten, als PDF angehängt.

Oskar Ernst Bernhardt, bekannt als "Abdruschin". 
Geboren am 18. April 1875 in Bischofswerda/Sachsen
Gestorben 6. Dezember 1941 in Kipsdorf/Sachsen
Wirkstätte auf dem Vomperberg in Tirol (13.2.1928 - 12.3.1938)


18.04.1875, ca. 13.30 Uhr: Abdruschin wird in Bischofswerda/Sachsen im elterlichen Gasthof „Gambrinus“, Kirchstraße 10, geboren. Seine Mutter ist bei der Geburt 36 Jahre alt. Er wird das spätgeborene Nesthäkchen. Seine Kindheit und Jugend ist sonnig und glücklich.

07.05.1875: Abdruschin wird in Bischofswerda in der evangelisch-lutherischen Christus­ Kirche auf den Namen Oskar Ernst getauft.

Schulausbildung: Abdruschin besucht (vermutlich) einige Jahre die Grundschule (=“2. Bürgerschule“); darauf aufbauend 6 Jahre die Mittelschule (= „1. Bürgerschule“); dann 3 Jahre Handelsschule (Fächer: Deutsch, Englisch, Handelskorrespondenz, Stenographie, Buchführung).

17.08.1887: Frau Maria Bernhardt wird im evangelischen Krankenhaus St. Jakob in Leipzig geboren. lhre Eltern sind Friedrich Robert Taubert und seine Frau Auguste, geborene Barwolf.

19.12.1887: Taufe von Frau Maria in der evangelisch-lutherischen St. Petri Kirche auf den Namen Marie Alma. lhre Mutter stirbt im Kindbett, zwei Wochen nach der Geburt. Die kleine Maria wird in Schweta bei Mügeln von dem Pfarrer-Ehepaar Ernst Oswald Leberecht Kauffer und seiner Frau Hedwig Pauline, geborene Leue, aufgenommen und mit sechs Jahren adoptiert. Sie ist musikalisch hochbegabt (Klavier, Gesang).

1892 Schulabschluss: Abdruschin will die Universität besuchen, um Seelsorger zu werden. Seine Mutter ist strikt dagegen. Auf ihren Wunsch hin absolviert Abdruschin eine dreijahrige kaufmännische Lehre bei der renommierten Bischofswerda „Kolonial – Großhandels -Firma C. L. Huste & Sohn“ in der Dresdener Straße. Anschließend arbeitet er dort zwei Jahre als Angestellter bis 1897.

1897: Abdruschin verzieht nach Dresden in die Rosenstraße 35. Er arbeitet zunächst als Angestellter der Firma „Roeser Metallwaren Grosso-Geschäft“ in der Güterbahnhofstraße 5 (= Paralellstraße zur Rosenstraße) und wird nach einigen Monaten dort Teilhaber.


1897: Vermutlich besucht Abdruschin mit seinem Bruder Alwin einen Tanzkurs und lernt dort ein Mädchen aus großbürgerlichen Verhältnissen kennen: Susanna Auguste Martha Oeser, geboren 21.12.1871 in Dresden.

10.07.1897: Abdruschin und Susanna Auguste Martha Oeser heiraten.


1898: Abdruschin übernimmt den Mineralwasser-Generalvertrieb für ganz Sachsen der Firma „Sauerbrunnen Klosterle“ bei Karlstadt (Tschechien?), was sich über Jahre als florierendes Geschäft erweist.

1898: Der Firmeninhaber der Firma Roeser scheidet aus und Abdruschin wird Alleininhaber. Abdruschin verzieht in die Holbeinstraße 67.

1898/1899: Abdruschins Firma erweist sich im nachhinein als marode und ist nicht zu sanieren.

1899: Sohn Herbert wird geboren.

1899: Abdruschin beteiligt sich an einem Handelsgeschäft „Hospotar“. Auch dieses erweist sich als marode. Um die eingebrachten Hypotheken nicht zu verlieren, mußte er die Firma übernehmen. Sie ist trotzdem nicht zu retten und Abdruschin muss sie 1901 unter Verlust liquidieren.

Fruehjahr 1900: Abdruschins Ehe zerrüttet sich. lnsbesondere durch die ständige Anwesenheit der Schwiegermutter, was zu täglichen Auseinandersetzungen führt. Abd-ru­shin will die Trennung herbeiführen, indem er seine Familie verlässt. Ganz Gentleman will er auf diese Weise die Schuld auf sich nehmen mit allen finanziellen Folgen und einen Scheidungsgrund wegen „böswilligen Verlassens“ geben. Er überlässt seiner Frau Geschäft und Besitz und begibt sich auf eine Reise nach Kleinasien (=Turkei).

1900: Abd-ru-shin regelt die geschäftlichen Angelegenheiten, damit alles während seiner Abwesenheit problemlos weiterlaufen kann. Er nimmt und unterzeichnet zwei Wechsel über je 1000 Mark zu 20 % für anstehende Geschäftsabwicklungen auf. Diese Wechsel sind gesichert durch den Warenbestand, fällige Geschäftsaußenstände und eine Hypothek der „Sauerbrunnen Klosterle“. Trotzdem fordern die Wechselglaubiger weitere Sicherheiten: Abdruschin verpfandet einige wertvolle Möbelstücke, die seine Frau als Hochzeitsgeschenk der Mutter mit in die Ehe gebracht hat.

1900: Der deutsche Generalkonsul in Konstantinopel (= Istanbul) verschafft ihm einen Pass für die türkischen Staaten. Das osmanische (= türkische) Reich erstreckte sich damals bis nach Bagdad, Jerusalem und Kairo. Über diese Reise will er ein Buch schreiben. Denn er will beruflich vom Kaufmann zum Schriftsteller erwechseln.

04.12.1901 und 02.02.1902: Dresdener Prozesse: Abdruschin wird unschuldig zu 13 Monate Haft wegen Betrugs verurteilt und sitzt die Strafe an einem Stück ab.

Die Dresdener Prozesse vom 04.12.1901 und 02.02.1902:

Auf seiner Rückreise aus Kleinasien wird Abdruschin in Izmir(= das antike Ephesus) infolge Quarantäne wegen des Ausbruchs der Pest festgehalten. lnzwischen werden aber die zwei Wechsel fällig.
Die Außenstande gehen nicht ein. Die Firma „Sauerbrunnen Klosterle“ geht Konkurs und somit seine Hypothek verloren. Die sehr vermögende Schwiegermutter deklarierte die verpfändeten Möbel als ihr Eigentum, um die Wechselgläubiger zum Warten zu bewegen, anstatt selbst die 2000 Mark vorzustrecken, was ihr problemlos wegen ihres Reichtums möglich wäre. Aber um an die um vielfaches wertvolleren Möbel zu kommen, erstatten die beiden Wechselgläubiger Anzeige gegen Abdruschin wegen Betrugs, er habe sich betrügerisch als Eigentümer der Möbel ausgegeben. Abdruschins Frau Martha halt zu ihrer Mutter und nicht zu ihrem Ehemann, und klärt diesen Sachverhalt deshalb nicht auf. Der Staatsanwalt erlässt sofort Haftbefehl, weil sich Abdruschin im Ausland aufhält. Bei seiner Rückkehr wird er somit an der deutschen Grenze verhaftet.
Abdruschin nimmt an, die Schwiegermutter habe die Möbel-Lüge unter Eid ausgesagt. Um sie nicht des Meineides schuldig werden zu lassen (= was mit Kerker bestraft wurde) und weil seine Frau sehr an ihrer Mutter hängt, nimmt er alles auf sich. Bei der Verhandlung bleibt die Schwiegermutter weiter bei ihrer Behauptung, sie sei die Möbel­eigentümerin, und seine Frau schweigt sich aus. Verurteilung zu 5 Monaten Haft wegen Betrugs durch das Dresdener Landgericht.
Das Urteil bezieht sich aber nur auf die Anzeige eines der Wechselgläubiger. Die Anzeige des anderen Wechselgläubiger wird getrennt verhandelt. Und da wegen des Urteils in der vorherigen Verhandlung eine „Vorstrafe“ vorhanden ist, lautet das Urteil am 02.02.1902 auf 8 Monate Haft. Eine unerhörte Rechtsbeugung. Von zwei getrennten Fällen sowie einer Vorstrafe kann eigentlich überhaupt keine Rede sein.
Abdruschin wird unschuldig zu insgesamt 13 Monaten Haft wegen Betrugs verurteilt und sitzt sie an einem Stück ab. Diese Angelegenheit wird später von seinen Gegnern oft als „Beweis“ seiner betrügerischen Absichten angeführt.

Nachdem seine Frau Martha die Schlammschlachten der Feinde ihres Mannes miterleben mußte, sieht sie ein, was sie durch ihren Fehler angerichtet hat. Um wieder wenigstens ein bisschen gutzumachen, gibt sie am 29. Oktober 1951 folgende notarielle beglaubigte Erklärung ab:

Erklärung.

Ich, Frau Martha Bernhardt geb. Oeser bin geb. am 21.12. 71 in Dresden und z.Zt. wohnhaft in Wackersberg-Bach 135 Post: Bad Tölz. Ich war mit Herrn Oskar Ernst Bernhardt, der am 6. Dez. 1941 verstarb, von 1897-1924 verheiratet. Die Ehe wurde geschieden. Ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte. Folgende Tatsachen sind mir aus eigener Kenntnis bekannt:
Im Jahre 1900 benotigte Herr Bernhardt, der damals ein eigenes, gutgehendes Geschäft besaß, für dieses Geschäft zur Durchführung eines günstigen Einkaufs zweitausend Mark, welche er selbst nicht aufbringen konnte, weil sein eigenes Geld zu diesem Zeitpunkt in Waren festgelegt war.
Im Hinblick auf den Wert des vorhandenen eigenen Warenlagers der den Wert des Darlehens weit überstieg, hatte Herr Bernhardt keine Bedenken, für die eigene, nur als Überbrückung gedachte Darlehensschuld von zweitausend Mark zwei Wechsel zu geben. Die Wechsel lauteten über je eintausendzweihundert Mark und enthielten die Zinsen mit.
Die beiden Kreditgeber veranlassten darüberhinaus Herrn Bernhardt, ihnen noch wertvolle Möbelstücke als Sicherheit zu verpfänden bzw. zu übereignen. Diese Möbelstücke hatte ich bei meiner Verheiratung mit Herrn Bernhardt von meiner Mutter Frau Auguste Hamann, geb. Rosenkranz geb. am 16.08.1846 in Pulsnitz, damals wohnhaft in Dresden, als Aussteuer erhalten und in die Ehe eingebracht. Wir hatten keine Gütertrennung vereinbart. Mein Mann, Herr Bernhardt, war also befugt, über die Möbel zu verfügen. Er glaubte dies um so ruhiger tun zu können, als er annehmen musste, das die gegebene Sicherung bei den vorhandenen eigenen Außenständen nicht in Anspruch genommen würde. Im Verfolg seiner damals beginnenden schriftstellerischen Tätigkeit trat Herr Bernhardt bald darauf eine größere Auslandsreise an. Er regelte zuvor seine geschäftlichen Angelegenheiten und machte seine Angehörigen ausdrücklich auf die Fälligkeit der beiden noch laufenden Wechsel aufmerksam, sowie auf die Hereinholung seiner reichlichen Außenstände.
Unvorhergesehenerweise bezahlten nun einige Kunden von Herrn Bernhardt ihre Schulden so schleppend, dass die Wechsel bei Fälligkeit nicht eingelöst werden konnten. Die beiden Wechselgläubiger nahmen darauf die Möbel in Anspruch. Meine Mutter schritt nun zur Intervention bei Gericht mit der Behauptung, die Möbel seien ihr Eigentum. Meine Mutter selbst dachte nur daran, die Möbel zu retten, ohne sich beraten zu lassen, dass genug andere Möglichkeiten bestanden. Denn sie hätte die Wechsel ohne Schwierigkeiten kurzer Hand aus ihrem eigenen Vermögen einlösen können.
Stattdessen wählte sie von anderer Seite falsch beraten den Weg der unwahren Behauptung, dass die Möbel ihr gehörten. Sie benutzte dazu die Einkaufsrechnungen für diese Möbel, die auf ihren Namen lauteten. Sie verschwieg, dass sie diese Möbel mir als ihrer Tochter mit in die Ehe gegeben hat, also mir geschenkt hatte. lhr Plan, die Wechselgläubiger dadurch bis zur Rückkehr des Herrn Bernhardt und der Schuldenregelung durch ihn selbst hinhalten zu können, misslang. Aufgrund der Angabe meiner Mutter leitete die Staatsanwaltschaft Dresden gegen Herrn Bernhardt sofort das Verfahren wegen Betrugs ein und erließ Haftbefehl gegen ihn, weil er sich auf Reisen befand. Als Herr Bernhardt von seiner Reise zurückkehrte, wurde er sofort an der Grenze verhaftet. Da er die Gründe, weshalb meine Mutter die falsche Angabe im Zivilprozess gemacht hatte, nicht kannte, schwieg Herr Bernhardt bei seinen Vernehmungen und ließ sich verurteilen, um meine Mutter zu schonen, von der er vermuten konnte und musste, dass sie sich durch unwahre Angaben strafbar gemacht haben könnte.
So wurde Herr Bernhardt zu Gefängnisstrafe verurteilt, nur weil er meine Mutter vor einer Bestrafung hätte retten wollen. Herr Bernhardt ließ die Dinge stillschweigend auf sich beruhen, auch als er die Strafe verbüßt hatte. Er bezahlte nach seiner Haftentlassung die Wechselschulden in kürzester Zeit, ohne jemals in dieser Sache an meine Mutter heranzutreten. Ich sehe, welche Folgen die Verurteilung heute noch für das Lebenswerk des Herrn Bernhardt – lange nach seinem Tode – hat, nachdem Übelwollenende versuchen, ihn daraus der Begehung von „Verbrechen“ zu verdächtigen, um seine Persönlichkeit herabzusetzen. Es drängt mich deshalb, hiermit zu bekunden, dass Herr Bernhardt nur aus selbstlosem Edelmut die Strafe auf sich nahm, um meine Mutter nicht belasten zu müssen.
lrgendwelche persönlichen oder materiellen Rechte an den Werken meines ehemaligen Mannes habe ich nicht! Ich gebe dieses Zeugnis ab aus eigener Kenntnis der geschilderten Vorgänge und Verhältnisse. Es enthält die Tatsachen so, wie ich sie miterlebt habe, in voller Wahrheit.
Ich gebe es ab in voller Freiheit und frei von jedem Zwang außer dem meines Gewissens, das mich treibt, die Wahrheit über die Strafe des Herrn Bernhardt vor der Öffentlichkeit zu bekunden.
Ich bin ausdrücklich damit einverstanden, dass diese meine Erklärung auch Behörden vorgelegt und jederzeit der Öffentlichkeit übergeben werden darf. Ich lege dieselben zur freien Verfügung in die Hände von Frau Maria Bernhardt, geb. 17.8.1887 wohnhaft z.Zt. in Vomperberg Post Vomp bei Schwaz in Tirol, und deren eventuellen Erben. Ich bin auch bereit diese Erklärung an Eides statt zu wiederholen!

Bad Tölz, den 29. Oktober 1951
( Unterschrift)
(Martha Bernhardt) Nr. 1443.
Die Echtheit der vorstehenden, vor mir vollzogenen Unterschrift der Frau Martha Bernhardt, Schriftstellerswitwe in Wackersberg-Bach 135, ausgewiesen zur Person durch Vorlage ihres Deutschen Reisepasses Nr. 299 des Landratsamtes Bad Tolz, ausgestellt am 17. Mai 1951, beglaubige ich hiermit. Bad Tölz Oktober 1951
(Unterschrift)
(Dr. Langecker)
amtlich bestellter Vertreter des Notars
Dr. Carl Lacherbauer
(Kostenrechnung 4, 16 Mark usw.)


1903: Abdruschin arbeitet als Buchhalter (Buchprüfungen), zuletzt bei der Firma „Fabian, Selterswasserfabrik“. Gegen Ende des Jahres tritt er in Zürich/Schweiz als verantwortlicher Buchhalter in das Architekturbüro „Stotz & Held“ ein. Er verzieht mit seiner Familie nach Zurich in die Aegertenstrasse 10. Er erwirbt die volle Anerkennung und Wertschätzung seiner Arbeitgeber. Nebenbei arbeitet er weiter an seiner Karriere als Schriftsteller. Er veröffentlicht kleinere Reiseberichte in Tageszeitungen.

18.11.1903: Herbert Vollmann, der Schwiegersohn Abdruschin, wird in Altena bei Ludenscheid (Nordrhein-Westfalen) geboren. Nach 1903 Abdruschin gehört dem „Verband deutscher Bühnenschriftsteller“ an.

April 1905: Abdruschin tritt gegen Kaution in das Orient-lmport-Geschäft „Merkur-AG“ in Bern ein und übernimmt die angebotene Direktorenstelle. Er verzieht mit seiner Familie nach Bern. Im Februar 1906, verlässt er dieses Geschäft wieder.

Juli 1906: Abdruschin beteiligt sich an der Gründung der „Orientwaren & lmporthaus Neptun“ Aktiengesellschaft. Bereits im Dezember wird er vom Verwaltungsrat der Gesellschaft, angeleitet durch den Mitbegründer und Präsidenten der Gesellschaft, den russischen Baron de Frye hinauskomplimentiert. Im Mai 1907 musste die „Neptun“-AG Konkurs anmelden, so dass sein eingebrachtes Kapital verloren geht.

1906: Abdruschin veröffentlicht sein erstes Buch „Aus fernen Landen“ (Reisebeschreibungen) in einem Berner Verlag.

29. Mai 1907: Tochter Edith wird in Bern geboren.

1907: Abdruschin zieht sich eine schwere Brustfellentzündung zu. Auf ärztlichen Rat verzieht er in das klimatisch wesentlich mildere Mainz. Ein Jahr später verzieht er dort in die Taunusstraße 33 am Rhein. Abdruschin reist viel innerhalb Deutschlands (Hamburg, Berlin, München) sowie nach Wien und Budapest. In Mainz ist ein bekannter und anerkannter Schriftsteller.

Abdruschins literarisches Werk:

Abdruschin will nach seiner Schulausbildung auf die Universität gehen, Theologie studieren und dann evangelischer Seelsorger werden. Das entspricht seiner großen Liebe zu den Menschen am besten. Doch seine Mutter lehnt dieses Ansinnen strikt ab. Abdruschin wird auf ihren Wunsch hin Kaufmann, was er durchaus nicht ungern macht. Dieser Beruf bringt ihm zudem einen großen Vorteil: Er lernt das Leben ausgiebig und in allen Spielarten kennen. Später ist ihm aufgrund eigener, intensiver Erfahrung nichts mehr fremd, was den Menschen in seinem Leben so alles bewegt. Dazu kommen die vielen, weiten Reisen, die ihn zu einem welterfahrenen Mann machten, gemäß dem Goethe-Wort: „Reisen bildet den intelligenten Menschen“.
Abdruschin fängt mit 25 Jahren an zu Schriftstellern und wird schließlich ein bekannter Bühnenautor mit großem Renommee und beachtlichem finanziellen Erfolg. Auf diese Weise lernt er das Handwerk des Bücherschreibens von der Pike auf bis zur Perfektion. Zudem wird er als Autor von Reisebeschreibungen dazu geschult, den Alltag der Menschen genau zu beobachten und mit seinen großen und kleinen Sorgen, aber auch seinen großen und kleinen Freuden zu ergründen und zu verstehen. Abdruschin ist gerne Kaufmann. Nachdem er jedoch diesen Beruf aufgegeben und sich der Schriftstellerei zugewandt hat, erwacht in ihm ein ungeheurer Schaffensdrang.
Er schreibt umfangreiche Reiserzählungen. Es folgen Novellen und Romane. Und er schreibt Schauspiele. Das Theater scheint ihm als unmittelbarer Spiegel menschlichen Lebens und Handelns am meisten zuzusagen. Denn er will dem Menschen aus dessen selbst verursachter inneren Not heraushelfen. Dieser Anspruch ist bei ihm aus der Liebe geboren, die das Leid der anderen heilen will. Und so liegt ihm die Besserung des Menschen am Herzen. Sein Heilmittel für die Wunden der Welt ist die Erklärung der menschlichen Irrtümer. Und damit die Besserung der Welt von Grund auf, weil das Falsche des Menschen die „letzte = erste Ursache“ allen irdischen Übels ist. Deren Erkenntnis sich jeder Mensch aber selbst erarbeiten muss. Um hierfür eine liebevolle Hilfestellung zu geben, scheint Abdruschin auf der Bühne das Miterleben-Lassen des Zuschauers der menschlichen Fehlentwicklungen das geeignete Mittel zu sein. Der „mit-leidende“ Zuschauer kann am besten aus eigener Erfahrung und eigenem Erleben heraus zur Erkenntnis seiner eigenen Irrtümer kommen. Wie in der Goetheischen Katharsis von „lphigenie auf Tauris“. Deshalb sagt ihm das Theater sehr zu, und deshalb gibt er in seinen Stacken ausgefeilte Regie­ Anweisungen, die die Erlebnisfähigkeit des Zuschauers noch weiter steigern, deren perfekte Durchführung aber erst mit den Mitteln des modernen Films gelingen wird (Trick; weitere Steigerung durch Computer-Animation). Seine Arbeit trägt nicht nur literarische Früchte in Form eines wachsenden Renommees als Buch- und Bühnenautor, sondern auch wirtschaftliche. Die Jahre in Mainz bescheren ihm Uraufführungen einiger seiner Werke am dortigen Stadttheater, wie auch in anderen Städten. Dazu gesellt sich eine rege Vortragstätigkeit, verbunden mit ausgedehnten Reisen. Was die finanziell günstige Entwicklung weiter voranbringt.

17.09.1907: Frau Maria heiratet den Kaufmann Karl Philipp August Freyer aus Kotzschenbroda. Aus dieser Ehe gehen ihre drei Kinder Irmingard, Alexander und Elisabeth hervor.

Abdruschins wichtigste Werke zu dieser Zeit:

1906:

  • Aus fernen Landen – Reiseerlebnisse und Erzählungen, Band I, II

    1908:
  • Die Armspange; Anita: Zwei Novellen
  • Unter fremden Voelkern: Roman
  • Soll und Haben: Drama

    1909:
  • Die Bajadere: Drama
  • Des Harems Perle: Roman
  • Der Haremsfürst oder das Geheimnis der Mädchenhändler: Roman
  • Der indische Fakir: Drama
  • Salonbriganten: Drama
  • Sin patria (Der Heimatlose): Schauspiel in vier Aufzügen Preisgekrönt. Roman
  • Rhada: Novelle

    1911:
  • Der Deserteur: Drama.
  • In Zusammenarbeit mit Cl. Schott, Im Banne der Fakire: Roman
  • Der Preisgekroente: Farce.
  • Schwank, unter schwerem Verdacht: Roman

    1913:
  • Freiwild: Schauspiel

    1917:
  • Erdenbann: Lustspiel

    1918:
  • Der Abenteurer: Schauspiel
  • Narrengold: Lustspiel

    1919:
  • Die indische Vestalin: Schauspiel
  • Verfemt: Schauspiel

    1920:
  • Der flammende Stern: Schauspiel
  • Der Skorpion: Schauspiel
  • Das Tai des Unsichtbaren: Filmschauspiel = Der verlorene Weg Film-Romane: Lady Hamilton (nach Alexandre Dumas, Vater); Die Bruder Karamasow, Raskolnikow, Schuld und Suhne (nach Dostojewskij);

    1921:
  • Dämon Phantasie: Schaupiel

    1922:
  • Diamanten: Buehnen-Mauskript
  • Erdenbann: (Drucklegung in Buchform)

    Abdruschin schreibt nicht nur unter seinem bürgerlichen Namen Oskar Ernst Bernhardt. Er benützt auch Pseudonyme wie Kurt Valkenau, Braunfels, 0. Sund.)


1908: Abdruschin gibt als Nächstes ein umfangreiches Buch mit Reiseerzählungen in Romanform heraus.

07.09.1908: lrmingard Bernhardt, geborene Freyer, wird in Kötzschenbroda (heute Radebeul, ein Vorort von Dresden) geboren. Sie wird spater Verlagslektorin. Mit dieser Ausbildung ist sie dazu prädestiniert, Abdruschin beim Schreiben seiner Gralsbotschaft zu unterstützen.

November 1909: Abdruschin verzieht nach Kassel. Ursprünglich will er nach Berlin, in das Mekka der deutschen Literate, ziehen.

Ein Baron de Firks (vermutlich ein Nachkomme von niederländischen Emigranten, wie beispielsweise auch die Goldschmiedefamilie Fabergés), ein Russe, gründete in Bern, wo ich damals wohnte, eine Aktiengesellschaft und veranlaßte mich seinerzeit, mich mit 5000 Franken daran zu beteiligen und im Anfang die Gesellschaft zu vertreten. Er versprach mir gute Einnahmen: as Ich schenkte seinen Angaben guten Glauben, da ich ihn für sehr tüchtig hielt und auch für zuverlässig. Sein Onkel war seinerzeit Minister in Rußland. Er hatte mich vorher schon bewegen wollen, bei der Gründung von Zigaretten-Fabriken in Rußland mich als Direktor zu verpflichten, was seiner Meinung nach nur eine Formsache sein sollte: Ich sollte nur den Namen dazu hergeben, da das Geld durch seinen Onkel vorhanden wäre, der sich still daran beteiligen wollte, weil später Monopol kommen würde, wobei das russische Reich die Fabriken aufkaufen müßte.

Dieses Drängen lehnte ich aber entschieden ab, da ich für solche Dinge kein Interesse hatte. Es hätte mich aber warnen sollen, vorsichtiger zu sein. Ich vertraute ihm jedoch, weil ich ihn schon seit mehr als einem Jahr kannte und er fast täglich in meiner Wohnung verkehrte.

Seinen Angaben ohne Bedenken glaubend, veranlaßte ich eine Bank in Zürich, für mich die 5000 Franken einzuzahlen, was diese auch tat und gerichtlich bestätigt hat. Heute entsinne ich mich, daß ich die Eröffnungsbilanz nach den Angaben des Barons geschrieben habe und nach einigen Monaten dann zurücktrat, wieder auf Veranlassung des Barons hin, dessen Wirken ich heute in einem ganz anderen Licht sehe.

Damals vertraute ich ihm voll. Ich hatte mir eine schwere Brustfellentzündung zugezogen und sollte auf Anraten des Arztes in ein milderes Klima für einige Zeit. Er schlug Korfu vor. Das war mir jedoch zu kostspielig und ich reiste für einige Wochen an den Rhein, nach Mainz.

Da ich bereits als freier Schriftsteller arbeitete und mein im ersten Weltkrieg gefallener Sohn das Alter erreicht hatte, das Gymnasium zu besuchen, entschloß ich mich in Mainz, wo es mir gut gefiel und das Gymnasium einen guten Ruf hatte, eine Wohnung zu suchen, um die Familie nachkommen zu lassen.

Ich fuhr nach sechs Wochen noch einmal nach Bern zurück und wurde dort verhaftet, aber nach einigen Tagen wieder entlassen. Ich fuhr nach Mainz zurück, wo ich ja selbst schon wohnte und arbeitete und ließ dann später auch die Familie nachkommen. Einmal noch gab ich auf Aufforderung hin bei einem Polizeikommissar in Mainz eine Erklärung ab über die 5000 Franken, die die Schweizer Bank für mich eingezahlt hatte, soweit ich diese Erklärung geben konnte, und erhielt dann viel später eine Aufforderung (1909 im neuen Wohnort Kassel), bei der Verhandlung zu erscheinen. Da ich der ganzen Sache keinen besonderen Wert beimaß, nahm ich weder einen Anwalt noch reiste ich zu dem angegebenen Termin. Die vorausgegangene, wenn auch kurze Verhaftung bei meiner ersten Reise hatte kein besonderes Vertrauen zu der Gerichtsbarkeit erweckt. Ich war auch gerade dabei, einen Roman zu schreiben, zu dem ich bereits vertraglich verpflichtet war.
Möglich, daß bei meiner Abwesenheit der Baron damals alles auf mich abgewälzt hat, soweit er konnte, vielleicht in dem Glauben, daß es mir nicht weiter schaden kann. Wenn er jedoch wirklich keine reinen Absichten gehabt haben sollte, dann hatte er wohl auch alles dazu sorgfältig vorbereitet, denn ich überließ mich seinerzeit vielleicht allzu willig seinen Anleitungen und Angaben, die aber in kaufmännischer Beziehung korrekt waren, soweit ich es überschauen konnte, und irgendeine Fälschung ist vollkommen ausgeschlossen.
Anderes vermochte ich nicht zu beurteilen. Dazu kam jedenfalls noch, daß ich als „vorbestraft“ galt und daß deshalb von vestherein alles entsprechend ausgelegt wird, denn diese erste Angelegenheit verfolgt mich ja schon seit nahezu 35 Jahren und es wird von Neidern oder solchen, die irgendwelche Vorteile für sich erzwingen wollen oder sich an mir zu ärgern wähnen, nur zu gern angewendet.

Soweit meine Erinnerungen.

Abdruschin

Dazu kam noch, daß der Baron de Firks einen Wechsel mit der Unterschrift Abdruschins fälschte, und dann platzen ließ, was diesem ebenfalls zur Last gelegt wurde. Wegen der persönlichen Beschmutzung Abdruschins aufgrund des Berner Prozesses wäre es am sinnvollsten gewesen, eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu veranlassen. Das ging aber nicht, da die Beteiligten inzwischen verstorben waren. Deshalb wurde 1960 ein Professor der Rechtswissenschaft an der Berner Universität, Dr. Max Waiblinger, beauftragt, ein Gutachten über das damalige Schwurgerichtsverfahren abzugeben. Er war einer der wenigen Kenner des alten bernischen Rechts.
Bei sorgfältiger Würdigung des gesamten, in den Akten niedergelegten Tatsachen- und Beweismaterials gelangte der Begutachter zu dem Schluß, daß Abdruschins in allen Punkten der Anklage nicht schuldig war. Abd-ru-shin, der des Betruges angeklagt gewesen ist, war selbst ein Opfer von Betrügereien.
Dieses Gutachten wurde als beglaubigte Kopie den Akten zum Prozeß im Berner Staatsarchiv hinzugefügt und das gesamte Material verschlossen und plombiert. Infolge dieses Gutachtens hörte die Polemik in der Sache auf, und in der einschlägigen Literatur wird auf diese Prozesse nicht mehr Bezug genommen.

24.07.1911: Herr Alexander Bernhardt, geborener Freyer, wird in Kötzschenbroda (heute Radebeul, ein Vorort von Dresden) geboren.

April 1912: Abdruschin verzieht nach Regensburg, wo die Schwester seiner Frau wohnt, zu der gute Beziehungen bestehen. Im September 1912 kommen Frau und Kinder nach.

Noch 1912: Abdruschin in New-York Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit wird er bei einer Arbeitsgemeinschaft von Anwälten namens „Styx“ tätig, die sich um die Resozialisierung von Verbrechern bemüht.

20.07.1912: Elisabeth (Elisabeth-Maria, „Marlies“) Bernhardt, geborene Freyer, wird in Kötzschenbroda (heute Radebeul, ein Vorort von Dresden) geboren. Sie heiratet später auf dem Vomperberg Herbert Vollmann.

1913: Abdruschin reist nach London.

1915: Abdruschin wird als Deutscher von der „special police“ verhaftet. Er wird auf die „Isle of Man“ (in der irischen See zwischen England und Irland) in das Internierungslager „Camp Knockaloe“ bei Peel geschafft.

1917: Abdruschins Mutter Therese stirbt in Döbeln/Sachsen.

1918: Abd-ru-shins Sohn Herbert fällt wenige Wochen vor Kriegsende in Frankreich (11.11.1918 Waffenstillstand).

13.03.1918: August Freyer, der Mann von Frau Maria, stirbt im Kriegslazarett in Charleroi, Belgien. Frau Maria ist nun Kriegswitwe und will in ihrer Wohnung ein möbliertes Zimmer vermieten, um etwas Geld zu verdienen. Mieter wird der sich gerade von seiner Frau getrennt habende Oskar Ernst Bernhardt. So lernen Abd-ru-shin und Frau Maria sich kennen. Abd-ru-shin heiratet später, nach seiner Scheidung 1924, Frau Maria. Er adoptiert ihre drei Kinder, sodaß Irmingard, Alexander und Elisabeth nunmehr ebenfalls „Bernhardt mit Nachnamen heißen.

1919: Abdruschin kann das Camp verlassen und kehrt nach Deutschland zurück, nachdem am 18.06.1919 der sog. „Friedensvertrag“ von Versailles geschlossen wird. Abd-ru-shins Frau verzieht mit der Tochter nach Dresden. Abdruschin findet sie schließlich dort. Die schlimmen Erlebnisse des Ersten Weltkrieges sowie die 7 Jahre Trennung haben eine Entfremdung zwischen den beiden bewirkt, die nicht mehr zu überbrücken geht. Sie trennen sich.

1920: Abd-rushin gründet den „Kristall“, einen Verlag und Vertrieb für Bühnenwerke.

1922: stellt der Kristall seine Tätigkeit ein.

1921: Abd-ru-shin gründet eine Gemeinschaft Gleichgesinnter und nennt sie „Orden: Der Gral“. Ziel ist die Veredelung des Menschentums durch Arbeit an sich selbst. Von Okkultisten und Mystikern grenzt er sich scharf ab. Abd-ru-shin will einen „Hort des Friedens“ gründen.
Kötzschenbroda erscheint ihm dafür ungeeignet. Er begibt sich auf die Suche in Oberbayern und wohnt Ende Juli 1923: Peißenberg.

Woher stammt der Name „Abd-ru-shin“?
Abd-ru-shin hat früher schon einmal auf der Erde gelebt. Als persischer Fürstensohn wanderte er mit der Hälfte seines Stammes in das Land südlich von Ägypten an die Quellen des Nils aus und gründete mit den dort ansässigen Arabern ein Grals-Reich. Dort führte er bereits den Namen „Abd-ru-shin“, den er in diesem Leben wieder übernommen hat. Da er in jener Zeit mit den Pharaonen Sethos I. (regierte von 1290 bis 1279 v. Chr.) und Ramses II. dem Großen (dem „Moses – Ramses* der Bibel, 1304 bis 1213 v. Chr.) aus der 19. Dynastie Kontakt hatte, läßt sich seine damalige Inkarnierung ziemlich genau datieren: Etwa von 1315 bis 1275 vor Christus. Der Name „Abd-ru-shin“ setzt sich aus arabischen und persischen Wortelementen zusammensetzen und bedeutet in der damaligen Sprache „Sohn des Lichtes“. Und wie ist es heute? „Abd“ ist tatsächlich arabisches Wort und bedeutet heute „Sklave“. „Sohn des Lichts“ heißt im heutigen Arabisch „Ibn (oder „Ebin“, je nach Dialekt) al Daw“. Und „roshan“ ist auch heute noch ein persisches Wort, allerdings für „Helligkeit“. Für „Licht“ sagt man im heutigen Persien „nur“. Sohn des Lichts heißt im heutigen Persisch „farsandé nur“.

Schreibweise: Die Schreibweise seines Namens hat Abdruschin mehrfach variiert. Das hängt damit zusammen, daß ihm sein Name von seinem Schutzengel nicht einfach geschenkt oder inspiriert wurde. Sondern er mußte ihn für sich selbst entwickeln. ihn selbst entdecken. Ihn leben. Immer wieder mit der Empfindung überprüfen, ob der Name mit dem Träger auch übereinstimmt. Solange ändern, bis er „paßte“. Analog zu seinen eigenen Worten aus der Gralsbotschaft: „Den Weg zum Licht muß jeder einzelne in sich erleben, er muß ihn selbst entdecken, wenn er sicher darauf wandeln will. Nur was der Mensch in sich erlebt, mit allen Wandlungen empfindet, hat er voll erfaßt! (GB I, 5, 7).“ Durch diese Mühe aber steht nun der Name „Abd-ru-shin“ auch unerschütterlich fest verankert, so daß er von niemandem mehr bezweifelt oder vernichtet werden kann. Aus dem gleichen Grund wurde ja Abd-ru-shin auch nicht sofort auf den Vomperberg geführt. Nein, er mußte ernsthaft suchen, welche Stätte auf der Erde wohl für sein Anliegen am meisten geeignet sei. Er mußte immer wieder heiß und innig darum ringen. Nur so erklären sich die vielen Ortswechsel vor dem endgültigen Niederlassen auf dem Vomperberg: Abd-ru-shin mußte sich um den geeigneten Ort bemühen. Einen Ort auswählen, dann dort Wohnung nehmen. Und dabei die vielen großen und kleinen Mühen eines Umzuges auf sich nehmen. Dabei unter dem unverständigen Gemurre und blöden Kommentaren seiner nichtswissenden Umgebung leiden, tiefe Herzensstiche hinnehmen. Um dann nach einer kurzen Weile frustriert festzustellen, daß er doch noch nicht den rechten Ort für die Verwirklichung seines Vorhabens gefunden hat. Also das ganze Spielchen nochmals von vorn: Neues Suchen, Auswählen, Hinziehen, erneuter Frust. Das Finden des Vomperberges muß ihm am Schluß wie eine große Erlösung vorgekommen sein. Aber nur auf diese Weise war es möglich, in Abd-ru-shin die Überzeugung von der Richtigkeit seiner Wahl des Vomperberges zu überzeugen. Diese Überzeugung ist nun so tief in ihm verwurzelt, selbstgeschaffen, selbst und mühevoll erworben, daß sie von keinem mehr angezweifelt werden kann. Keiner von diesen widerlichen, dabei äußerst dummen Menschen, insbesondere auch unter seinen Anhängern, ist nunmehr mit seinem albernen, aus purer Eitelkeit geborenen Gelaber mehr in der Lage, den Vomperberg als die Stätte Abd-ru-shins anzuzweifeln, geschweige denn zu zerreden.

Sprechweise: Heutzutage wird der Name Abd-ru-shin so ausgesprochen, daß die letzte Silbe betont wird. Das „i“ in „shin“ wird also stimmlich gehoben, dabei gedehnt, und betont. Zu seinen Lebzeiten war das anders. Seine Zeitgenossen um ihn herum auf dem Vomperberg haben den Namen „Abd-ru-shin“ wie „Abdruschin“ ausgesprochen. Zusammenhängend. Die Betonung wurde auf das „A“ gelegt, dabei aber wurde dieser Vokal nicht gedehnt, sonder kurz gelassen. Genau wie beim griechischen Versmaß des Dáktylos im Hexameter.

September 1923: Penzberg.

Frühjahr 1924: Er werb eines Landhauses in Bad Heilbrunn/Oberenzenau. Hier will er im Sinne des Ordens ein „Lebensmodell“ schaffen. Ordensmitglieder wohnen bei ihm. Frau Maria kommt mit den Kindern aus Kötzschenbroda nach. Sie arbeitet unter anderem als staatlich konzessionierte Magnetopathin. Abd-ru-shin verfaßt hier die ersten Vorträge seiner Gralsbotschaft. Er verbreitet sie durch die Herausgabe der „Gralsblätter“. Abd-ru-shins Tochter Edith wird Gralsanhängerin und heiratet einen Kunsthandwerker aus dem Heilbrunner Kreis. 1925 Abd-ru-shin wird ein Enkel geboren.

1924: Die Ehe zwischen Abd-ru-shin und seiner Frau Martha wird geschieden. Zeitlebens bleibt jedoch ein freundschaftliches Verhältnis bestehen. Abd-ru-shin und Frau Maria heiraten am 17.09.1927.

März 1926: Abd-ru-shin hat seinen „besonderen Ort“ noch nicht gefunden. Er übersiedelt nach Imst/Tirol.

September 1926: Abd-ru-shin übersiedelt ins „Buchenhaus“ in Tutzing am Starnberger See in Oberbayern.

Herbst 1926: Abd-ru-shins „Verlag der Gralsblätter“ in Tutzing /Oberbayern gibt ein Prospektblatt heraus, um für die violette Ausgabe der 320-seitigen Gralsbotschaft zu werben.

Dreißigtausend Einzelhefte gratis zum Versand!

Zur Probe als Vorläufer des Aufsehen erregenden Buches

IM LICHTE DER WAHRHEIT
neue Gralsbotschaft
von Abdruschin

Herausgegeben durch den Verlag der Gralsblätter Oskar Ernst Bernhardt in Tutzing (Oberbayern)
(Text, auszugsweise:)

„Diese Gralsbotschaft gibt den lückenlosen Grundstein einer überraschenden und in ihrer einfachen und klaren Art eine jedem Menschen verständliche neue Weltanschauung! Sie ist bei der erstaunlichen Kürze der Universalschlüssel aller bisher ungelösten Welträtsel und offenen Menschheitsfragen, sowie zu dem Verstehen alles Geschehens. Freudig begrüßt von Hunderttausenden, geht diese Lehre bereits wie eine zündende Flamme durch die Menge der ernsthaft Suchenden, befreiend von allem Zweifel und allem dogmatischen Ballast, weil auch der skeptischste Verstand die unbedingte Folgerichtigkeit erkennt, die vor keiner ungelösten Frage halt macht und mit sicherer Hand in die Tiefen wie zu den höchsten Höhen führt. Sachlich, knapp und klar, mit unerbittlicher Logik. Es wird dabei so manches gesagt, das den Menschen von eingebildeten Höhen reißt, aber auch vieles, das ihm gesunden Aufschwung gibt in der erwachenden Überzeugung seiner unbedingten Notwendigkeit in der gewaltigen Schöpfung. Sein Ursprung wird ihm dabei klar enthüllt wie auch sein Endziel, das so viele nur durch eigenes Versagen aus dem Nichtwissen heraus niemals erreichen können. Briefe der Begeisterung und jubelnder Dankbarkeit kommen von solchen, die das lebendige Wort erfaßte und ihnen den Schleier von den Augen riß!“

Im Jahr 1927: Abd-ru-shin hält öffentliche Vorträge, unter anderem in Stuttgart und Wien.

Öffentliche Vorträge von Abd-ru-shin: Anzeige im Stuttgarter Neuen Tageblatt vom 24.9.1927, in der ein öffentlicher Vortrag von Abd-ru-shin angekündigt wird:

„Abdruschin spricht
über
„Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
Ein Umsturz in der Bibeldeutung.

Auf besonderen Wunsch wird Abdruschin nach dem Vortrag sich über die Frage der Stigmatisation von Konnersreuth äußern. Er wird hier in der ihm eigenen scharfen Logik Aufschlüsse über diese Erscheinungen bringen, die heute noch so vielen ein ungelöstes Rätsel sind.“

Über die Vorträge erscheint in Abd-ru-shins Zeitschrift „Der Ruf™ (Verlag der Gralsblätter) folgender Bericht:

„Stuttgart: Zu dem Vortrage Abdruschins am 26. September war der Saal im Hause des Deutschtums ausverkauft. Schon lange vor Beginn konnten Besucher keine Karten an der Kasse mehr erhalten. Für diese Vorträge Abdruschins ist es eine zu alltägliche Bezeichnung, wenn man von vollem Erfolg berichten wollte; denn es ist für ernste Menschen jedesmal ein nachhaltiges Erlebnis, seine Worte zu hören, die vollkommen außerhalb des Rahmens aller übrigen Redner stehen, weshalb auch niemals ein Vergleich gezogen werden kann. Noch weniger ist ein derartiger Abend mit den üblichen Ausdrücken zu schildern. Daß von Abdruschin wieder nur die höchsten Religions- und Lebensfragen in neuartigen Erklärungen behandelt wurden, ist man nunmehr gewöhnt, aber nach einem nahezu zweistündigem Vortrage schmerzt doch der Kopf, denn es bedarf der schärfsten Aufmerksamkeit, da dem Hörer kein Satz entgehen darf. Und jeder Satz bedeutet Extrakt, welcher erfaßt sein muß, wenn man mit in die höchsten Höhen menschlichen Begreifens folgen will. – Abdruschin macht es seinen Hörern nicht leicht, jedoch mit voller Absicht, wie er auf Befragen sagte, da er die Oberflächlichkeit verwirft.
Wien: Abdruschin spricht nöch einmal in Wien! In dieser schlichten Einladung wurde darauf aufmerksam gemacht, daß ernsthaft Suchende den Verkünder der neuen Gralsbotschaft am 4. und 5. Oktober in Wien hören können. Und das genügt. Über 1.800 Eintrittskarten wurden im Voraus bestellt! Der Saal war beide Abende überfüllt. Aus Steiermark, aus Oberösterreich, aus der Tschechoslowakei kamen Anhänger. Mit einzigartiger Klarheit und Deutlichkeit zeigte uns Abdruschin am ersten Abend, wohin wir steuern, wenn wir lediglich den Verstand herrschen lassen. Nur wenn wir uns frei machen von der bisher unbeschränkten Herrschaft des Verstandes – der Sünde wider den Geist – wird uns der Aufstieg möglich.
Den Höhepunkt brachte aber der zweite Abend. In atemloser Spannung lauschten die Zuhörer den wuchtigen Worten Abdruschins. Hart und scharf räumte er mit mancher Lüge auf, und damit, daß der Kreuzestod Jesu Christi sozusagen programmäßig vorgesehen war, um Gott für alle Schlechtigkeit und Sünde der Menschheit zu versöhnen, um dieser alle Mühe zu ersparen. Eine bequeme Auslegung für Heuchler und Pharisäer! Bald kommt die furchtbare Abrechnung für alle Denkfaulheit der Menschen.
Noch ist Zeit zur Einsicht, klang es verheißend! Doch der letzte Wendepunkt ist da! Es gibt nur eine Wahl. Hier der Weg zum Licht, dort den Weg zur Vernichtung. Unser freier Wille kann darin entscheiden. Mit festem Griff schleudert Abdruschin die in zwei Jahrtausenden sorgsam und mit viel Mühe errichteten Hindernisse hinweg. Er legt den Weg nach aufwärts für alle frei, die bereit sind, ihn zu gehen.
Nur langsam löste sich die Spannung, als Abdruschin geendet hatte, und aus tiefstem Herzen kommender Jubel brach sich bei vielen Bahn. Es war wieder ein Erlebnis für die Zuhörer, unter denen die Wiener alma mater (= Universität) stark vertreten war. Es dämmert doch schon hier in Wien!“

Von Jüngern Abdruschins werden ebenfalls Vorträge gehalten. Sie werden mit grünen Plakaten der Größe ca. 40 x 60 cm angekündigt. In der oberen Hälfte des Plakates steht ein großes, weiß umrandetes Gralskreuz im Ring. Darunter steht der Text in großer, schwarzer Schrift:

„In Zeiten der Not
sendet DER GRAL
Boten in alle Lande
bringt Hilfe der Menschheit
und Kraft zum Aufstiege“

Unter dem jeweiligen Vortragstitel aus der Gralsbotschaft stehen unter anderem die Worte:

„Nur ernste, vorurteilsfreie Menschen können den tiefen Inhalt und wahren Wert der Worte Abd-ru-shins erkennen; denn es ist vollkommene Umwälzung der Begriffe!“

Im Jahr 1927: Abd-ru-shin gibt eine neue Zeitschrift heraus mit dem Titel „Der Ruf – Schrift für alles fortschrittliche Wissen.“ In dieser Zeitschrift veröffentlicht Abd-ru-shin auch eigene Vorträge und beantwortet Fragen. Die Vorträge werden später in die Gralsbotschaft übernommen. Die beantworteten Fragen erscheinen 1953 in dem Buch „Fragenbeantwortungen 1924 – 1937“ im Verlag Maria Bernhardt, Vomperberg, Tirol.

Vorwort zu Abd-ru-shins neuer Zeitschrift „Der Ruf“:

„DER RUF gehe hinaus in alle Welt!

Er soll die engere Verbindung schaffen zwischen allen Anhängern und Lesern meiner Worte. Vielerorten schließen sich freie Vereinigungen zur Pflege der Gedanken meiner Vorträge zusammen, um in gemeinsamer Tätigkeit immer tiefer einzudringen in die Wahrheiten der Großen Schöpfung, um damit auch des Schöpfers Willen richtig zu erkennen. Wenn ich auch freudig die Vereinigungen grüße, so kann ich diese doch nicht führen, kann mich auch nicht daran beteiligen; denn solcherlei Bestrebungen ergeben zuletzt immer Bindungen für den, um den sie sich gruppieren. Verpflichtungen so mancher Art, sei es auch nur moralisch durch die Beiträge der Mitglieder. Derartiges vermag ich nicht. Frei muß ich sein und bleiben in dem, was ich zu sagen habe! In allen meinen Reden und Entschlüssen. Ich darf dabei nicht Rücksicht nehmen müssen auf die Wünsche einzelner oder auch ganzer Gruppen, wozu es kommen würde, wenn ich damit verbunden bin. Auch, wenn ich auf Geschäftsvorteile sehen wollte. Beides darf für mich und meine Schriften nicht mit in die Waagschale geworfen werden müssen. Doch dabei möchte ich trotzdem nicht auch in Nachlässigkeit fallen und versäumen, die Gelegenheit jedem zu verschaffen. Ich biete deshalb an, doch werbe nicht! Und werde immer bei dem Grundsatze verbleiben: Wer nichts für sich in meinen Worten findet, für den sind sie nicht gesagt. Er soll sie auch nie aufgedrängt erhalten.Ich werde daher stets mit meinen Worten eines jeden Menschen Freund und seiner Fehler Feind sein müssen, da ich nichts seinetwegen streichen kann.

Weil ich mich also nicht an die Zusammenschlüsse binden kann, doch förderndes Ergebnis davon für so manchen Einzelmenschen wohl erkenne, schuf ich aus meinem Einsamseinmüssen heraus den „Ruf‘ als Mittler zwischen allen Lesern und Verbänden, die ihre Mitteilungen und die Wünsche gegenseitig darin auszutauschen die Gelegenheit erhalten. Für diese Zwecke wird stets ein Raum kostenlos bereitgehalten sein. Möge „Der Ruf“ recht viele Seelen wecken, allen ernsthaft Suchenden Erleuchtung und damit den Frieden und den Fortschritt bringen!“

Im Sommer 1927.

Abdruschin
17.09.1927: Heirat von Abd-ru-shin und Frau Maria

13.02.1928: Abd-ru-shin übersiedelt mit Familie auf den Vomperberg bei Vomp im Inntal in Tirol, 35 km östlich von Innsbruck. Er zieht in ein Landhaus, das er zuvor gekauft hat. Es wird im Grundbuch des Bezirksgerichts Schwaz/Tirol als „Gralshöhe“ eingetragen.

13.2.1928 – 12.3.1938: Wirken Abd-ru-shins auf dem Vomperberg/Tirol. Diese Jahre sind für Abd-ru-shin die traurigsten und bedrückendsten. Er hat eine Vielzahl von Hindernissen und Widerwärtigkeiten über sich ergehen zu lassen, hauptsächlich veranlaßt durch abgefallene Anhänger.

Während dieser Zeit: Abd-ru-shin will das verkehrte und krankende private und öffentliche Leben der Menschen sanieren. Dazu gehört die folgende Vorgehensweise: Zunächst muß der Mensch vor seiner eigenen Türe kehren und seinen eigenen Charakter läutern. Dann erfolgt die Reinigung und Gesundung seines Umfeldes. Der Rest geschieht dann nach und nach von ganz alleine, vgl. Mt. 5, 13-16; Mt. 13; 31-35. Der Mensch muß ganz klein in allen Bereichen und mit allen Details bei sichelbst anfangen („Weltverbesserung“ lehnt Abd-ru-shin strikt ab. Forderungen sind zunächst an sich selbst zu stellen, nicht an andere. Aktive „Politik“ und „Gesellschaftsveränderung“ sind nicht in seinem Sinne ).

Eine Gemaelde der Gralssiedlung Vomperberg von Kuenstler, Hermann Wenng

So gibt es in dem kleinen Kreis der Gralssiedlung unter anderem:

  • ein neues Gemeinwesen als neues Gesellschaftsmodell, das auf einem „Kastensystem“ aufgebaut war, das sich nach den ordnenden Naturgesetzen der Anziehung der Gleichart und der Schwere richtete. Die Menschen wurden auch in Gruppen aufgeteilt die ihrem Wesen besser entsprachen, dazu gab es den roten Kreis und den weissen Kreis, die nebeneinander standen und fuer die Entwicklung des Individuums von grossen Nutzen waren. Denn Abdruschin verstand das Menschen erst in der Gleichart aufbluehen konnten.
  • Gralsgeld als Keimzelle für ein neues, gesundes Geldwesen. Mit dem Geld konnte sich die Siedlung selbst erhalten und die Siedlungsbewohner konnten sich alle Lebensnotwendigkeiten besorgen.
  • Kindergarten, als Anfang zur Neugestaltung des Erziehungswesens, geleitet von Fraulein Hertha.
  • Eine Gralsschule, die in dem heutigen Gaestehaus war, mit einer Turnhalle, mehreren Klassenzimmern und einer kleinen Bibliothek, als Anfang zur Neugestaltung des Schulwesens, gegr. 1933
  • Das Yaspis-Laboratorium für das Gesundheitswesen. Herstellung von Tees, Yaspis Kraftflocken (was leider scheiterte) und Isra Armbaender gegr. 16.10.1933.
  • Ein Gralsmuseum in dem kostbare Antike Gegenstaende, wie eine goldenene Buddha Box ausgestellt wurden (die spaeter alle von der Gestapo enteignet wurden).
  • Landwirtschaftliche Betriebe und Bauernhoefe fuer die Herstellung von Nahrungsmitteln wie Kartoffeln, Moehren und Getreide und die Erstellung von Frucht- und Gemuese Gartenanlagen.
  • Tierhaltung: Pferde, Huehner, Ziegen und andere Tiere wurden auch auf dem Berg gehalten.
  • Eine Tischlerei, Auto- und Machinenwerkstatt, Malatelier, Feuerwehr und anderes enstand auch unter Abdruschin.
  • Auch gab es Auffuehrungen von Theatherstuecken, Festivitaeten und Reden, die Akitv gefoerdert wurden.

Das Yaspis-Laboratorium: Das Yaspis-Laboratorium war eine Gründung Abdruschins und lag diesem sehr am Herzen. Zunächst war es eine einfache Kräuterstube, in der auf den einzelnen Menschen persönlich abgestimmte Kräutertees zusammengestellt wurden.
Dann kamen Kräftigungsmittel, Tinkturen, Salben, Öle, usw. hinzu. Es entwickelte sich ein beachtlicher Betrieb mit kaufmännischer Organisation.

Aus den Prospekten:

„Nicht ohne Grund tragen unsere Erzeugnisse diesen Namen und ebenso nicht ohne Grund benennen wir unsere Erzeugungsstätte und unseren Vertrieb Yaspis-Laboratorium. „Yaspis“ ist dem Sinne nach gleichbedeutend mit „dem Reinen“, „dem Edlen“! „Yaspis-Erzeugnisse tragen in ihrem Kern nur die reinsten und edelsten Bestandteile Heilkräfte bergender Kräuter, in den sonnigsten und den rauhesten Alpengegenden, je nach ihrer Art, gewachsen und gewonnen zum Segen und zur Hilfe des Menschen. Wie der Geist, der den menschlichen Körper belebt, nur durch die Aufnahme reinster und edelster Schwingungen und Strahlungen aus dem All zur Entfaltung und Blüte und dadurch zu vollster Wirkung kommt, so kann der Körper nur zur Vollendung und Schönheit gelangen, wenn alle Mittel die zu seinem Aufbau, seiner Heilung und Pflege angewendet werden, „Rein und Edel“ sind. Geist und Körper müssen wechselseitig in Harmonie stehen. Deshalb ist es natürliches Erfordernis, daß überall da, wo Geistesaufstieg angestrebt wird, auch entsprechend auf den Körper eingewirkt werden muß, um diesen naturgesetzlich notwendigen Vorgang zu fördern.“

„Das Yaspis-Laboratorium ist eine Einrichtung, die getroffen wurde, um der geistig erwachenden Menschheit helfend zu dienen zu Wiedererlangung ihrer zerrütteten Gesundheit, zur Festigung und Erhaltung derselben. Ein gesunder und widerstandsfähiger Erdenkörper ist Vorbedingung zur Erreichung des gesteckten Zieles! Von diesem Gesichtspunkte aus sind auch alle Yaspis-Erzeugnisse zu betrachten und zu bewerten und eine solche Einstellung setzt die Anwendung derselben bei jedem einzelnen voraus. „

„Das Wohlbefinden des Menschen, seine Leistungsfähigkeit in körperlicher wie überhaupt irdischer Hinsicht, wie auch die Erfassensmöglichkeit höherer Erkenntnisse und die Aufnahmefähigkeit ebensolcher Werte sind und bleiben abhängig von der Zusammensetzung seines Blutes. Das Blut in dem Zustand der jeweiligen Eigenart des einzelnen Menschen zu erhalten oder dahin zurückzuführen, muß das Bestreben dessen sein, der einen widerstands- und aufnahmefähigen Körper sich ersehnt, durch welchen allein auch das Innenleben nach außen zur Geltung kommen kann. Die gewissenhafte Durchführung der Yaspis-Frühlingskur 1937 wirkt selbsttätig regelnd auf das Blut, wozu in der Wahl, den Mengen und der Zusammensetzung der einzelnen Hochgebirgskräuter die natürlichen Grundlagen gegeben sind.“

Yaspis Laboratorium – ISRA Armbander :

Ein anderes Projekt waren die ISRA Armbänder mit farbigen Glassteinen, die für jeden einzelnen Menschen persönlich von Frau Maria in ihrer feinfühligen Art zusammengestellt wurden.
– Bei den bisherigen Farbverfahren wurden Lichtstrahlen durch gefärbte Gläser kranken Körperstellen zugeleitet. Dagegen sollte mit diesen Armbändern der Blutausstrahlung nachgeholfen werden.

Das Armband mußte so getragen werden, daß es mit der Blutzirkulation in Berührung kam, wozu sich am besten die nackte Haut des linken Armgelenks eignete.
Die Blutausstrahlung durchdringt und durchglüht die entsprechenden farbigen Steine und verändert sich dadurch im Weiterstrahlen derart, daß sie in dieser Veränderung aufnahmefähig wird für die Kraftstrahlungen aus dem Kosmos, die dann auf diesem Weg in das Blut eindringen können.
– Mit dem Ende der Gralssiedlung im März 1938 gab es diese Hilfe nicht mehr!

Yaspis Kraftflocken:
In den dreißiger Jahren wurde in der Schweiz eine Maschine zum Flocken von Getreidekörnern sowie Linsen, Erbsen Früchten, getrocknete Kastanien usw. erfunden. Der große Vorteil ist, daß bei der Flockung alle Vitamine und Mineralien erhalten bleiben. Abd-ru-shin erkannte sofort die Bedeutung dieser Maschine für die Ernährung der Menschheit und erwarb 1936 für das Yaspis-Laboratorium vom Erfinder das alleinige Recht der Flockenerzeugung für ganz Österreich. Das Projekt scheiterte aber am Widerstand der österreichischen Behörden und wegen zwei schweizer Juengern die sich einen ungerechten Profitanteil herausschneiden wollten.

30.05.1928: In der „Gralshöhe“, das man auch „Gralshaus“ nennt, wird die erste Grals-Feier abgehalten.

Im Jahr 1928: Abd-ru-shin erwirbt das Grundstück und das Gebäude, auf dem heute das Gästehaus steht. Es gehört einem Bauer namens Wurm. Als dieser merkt, daß Abd-ru-shin dieses Anwesen unbedingt haben will, verlangt und bekommt er einen Preis, der um das 10-fachen über dem tatsächlichen Wert liegt. Von diesem Geld baut der Wurm sich in Vomp den „Vomperhof*. Abd-ru-shin kauft den Weberhof auf dem Vomperberg.

Abdruschin hat viel Humor: Eines Tages kommt ein Grals-Neuling auf den Vomperberg und geht in Begleitung eines Siedlungsbewohners auf dem Berg spazieren. Da kommen sie an einer Bank vorbei, auf der Abdruschin sitzt. Der Neuling fragt den Siedlungsbewohner: „Ist er das?“ Abdruschin, der diesen Satz hört, sagte lachend zu dem Neuling: „Ja, das ist er!“
Alte Gralsanhänger haben berichtet, daß Abdruschin ein äußerst angenehmes Wesen hat, das jeden sofort gefangen nahm und mit Sympathie erfüllte. Die Wärme, die er ausstrahlt, läßt niemanden ungerührt. Er spricht mit einer gesetzten, sanften Stimme und hat dabei ein ruhiges und ausgeglichenes Wesen, welches ihm von Natur aus eignet und von innen heraus kommt, und keinesfalls künstlich aufgesetzt ist. Seine Mitmenschen können bei ihm immer auf eine höflich-korrekte Behandlung zählen. Seine Contenance verläßt ihn auch in seinen bittersten Stunden nicht, wenn ihn charakterlich minderwertige Kreaturen anpöbeln und ihm Gewalt antun.

Zeitungsbericht über Abdruschin und die Gralssiedlung auf dem Vomperberg: Auszug aus einem Artikel vom 5. November 1932 in der „Innsbrucker Neuesten Zeitung“, die in Bezug auf die Gralssach der „Hofberichterstattung“ völlig unverdächtig, sondern eher se kitsch eingestelt ist. Die Niederlassung Abdruschins auf dem Vomperberg dehnt sich immer mehr aus. Während sonst rundum fast nichts gebaut wird, ist die Bautätigkeit auf dem Vomperberg äußerst rege. Es wurden in diesem Jahre sogenannte Reihenhäuser errichtet, die erst kürzlich bezogen werden konnten. Die Anhänger wohnten zuerst in den umliegenden Bauernhöfen; als sich aber ergab, daß kein Platz mehr war, entschloß sich Abd-ru-shin, mehrere Bauten aufzuführen.

„… Eine Wohltat ist es für die gewerbetreibenden in Schwaz, von denen die meisten zu gleichen Teilen mit Aufträgen versorgt werden. … Man ist auch wegen eines Grundstücks in Unterhandlung, da man einen Friedhof errichten will. Die Siedlung hat sich stattlich herausgebildet, sogar eine Feuerwehr hat sich zusammengetan.
…Abdruschin ist ein Mann von über fünfzig Jahren, bescheiden, stets sauber und fein gekleidet, ist liebenswürdig und heiter und voller Geist. Schon am Anfang des Gesprächs schält sich sein Wesen und Charakter heraus.
… Seine Idee (wie der Menschheit zu helfen ist) weicht von allen anderen Ideen stark ab. Er sagt, er verkörpere auch keine Sekte, keine Freimaurerloge oder gar das Antichristentum, wie er lächelnd hinzufügt, sondern die Bewegung sei etwas ganz Alleinstehendes und habe mit keiner anderen etwas zu tun. Im Gegenteil: Sektiererei kommt nicht in Frage, werde abgelehnt. Die Lehre baue sich auf nach logischen Gesetzen. Unsere Welt und die Naturgesetze seien ein notwendiges Nachbild des sich aus dem Göttlichen heraus folgernden Willens, – „Politik und Parteien?“ – „Hat heute keinen Zweck: es kommt doch alles anders, als die Menschen denken!“ Das sieht er voraus und will das in seiner Lehre beweisen, nicht fußend auf Prophetie, sondern nach dem Laufe geistiger Gesetze. – „Also doch eine Religion?“ – „Nicht so, wie man denkt“, sagt er und macht eine Pause, „Ein jeder, der sich müht, die Gesetze des Lebens zu erforschen, kommt notwendigerweise auf Gott, auf die Kraft, oder wie man es nennen will, und bei dieser Erkenntnis zwingt es ihn auf die Knie, ob er will oder nicht.“ – Er bekämpft die Kirche nicht, wie man ihm von gewissen Kreisen in die Schuhe schiebt. Er achtet eines jeden Menschen Überzeugung, strebt aber nach einer Religion als Gemeingut aller Menschen in den Bahnen des absolut Natirlichen wobei er jedes Dogma ausschließt. Das Urbild eines freien Menschen schwebt ihm vor. …“

Aus einem Zeitungsbericht der 1930er Jahre

Im Jahr 1928: Der schmale Weg von Vomp zum Vomperberg wird von Abd-ru-shin mit Hilfe der Gemeinde und der beteiligten Bauern zur Straße ausgebaut und anschließend, gemäß der Tradition, von der katholischen Geistlichkeit gesegnet. Das rechte Stück von der Gabelung bis zum Vomperberg erhält den Namen „Bernhardtstraße*. Er entfällt bei der Errichtung des Nazi-Regimes 1938 in Österreich. Abd-ru-shin läßt dort ein Marienbildstock aufstellen.

Anfang 12.1928: Schon kurz nach seinem Wohnung Nehmen auf dem Vomperberg werden Abd-ru-shin und seine Frau Maria von abgefallenen Gralsanhängern mit Schmutz beworfen und wegen des Verdachts der Förderung einer gesetzlich unzulässigen Religionsgemeinschaft angezeigt. Das Verfahren wird 1930, weil unzutreffend, eingestellt.

Verdacht der Förderung einer gesetzlich unzulässigen Religionsgemeinschaft: Auf diese Denunziation hin tritt die Staatsmacht in Aktion: Früher stand unterhalb des Weberhofes auf Pfählen eine Baracke, die unter anderem als Andachtshalle diente. Dort verstecken sich zwei Gendarmerie-Beamte an einem Sonntagvormittag, um eine Andacht zu belauschen, damit die Anschuldigungen überprüft werden können. Sie hören den Vortrag Aufstieg*. Anschließend werden Abd-ru-shin und seine Frau Maria verhaftet. Vorwurf: Betrug und Gründung einer geheimen Gesellschaft. Ein großer Prozeß wird angestrengt.

Doch eine Woche später werden Abd-ru-shin und Frau Maria wieder frei gelassen. Die Anzeige stellt sich als Verleumdung und bewußte Irreführung der Behörden durch abgefallene Gralsanhänger heraus. Das Strafverfahren wird im März 1930 auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, da sie keinen Grund zu einer werteren Verfolgung vorliegen w

Das Strickmuster ist ab sofort bis zum Schluß immer das gleiche: die Masse der Menschen interessiert Abd-ru-shins Gralsbotschaft überhaupt nicht. Nur einige wenige finden zunächst zu Gralsbotschaft, um dann anschließend Kontakt mit Abd-ru-shin zu suchen. Sofort bilden sich bei ihnen aber Vorstellungen, wie die Gralsbotschaft irdisch in die Tat umzusetzen sei.

Wobei sie selbst in diesen Vorstellungen natürlich eine ganz wichtige Rolle spielen und besondere materielle Vorteile haben, ja sogar reich werden müssen. Anschließend kommen sie auf den Vomperberg, um Abd-ru-shin ihre Phantasien vorzutragen und mehr oder weniger offen zu verlangen, daß er sie in die Realität umsetzt. Macht Abd-ru-shin das dann – natürlich – nicht, sind die neuen Lebensträume geplatzt, die phantastischen Zukunfts-Illusionen zerstoben. Abd-ru-shin ist jetzt natürlich bei ihnen unten durch, und sie geben ihm die Schuld für ihren Frust über ihre unerfüllten Wünsche (Man kennt das ja selbst aus eigener Erfahrung zu genüge: Wenn man eine neue Idee hat, wird sie zunächst verlacht. Nur wenige sind bereit, sich etwas näher damit zu befassen. Aber von diesen „Freunden“ entpuppen sich nur die wenigsten als wahre Freunde. Der große Rest, von denen die meisten versuchen, diese neue Idee skrupellos für sich selber auszunutzen, wird zu erbitterten Feinden). Daraufhin beschimpfen sie Abd-ru-shin und versuchen ihm zu schaden, anstatt einzusehen, daß sie sich selbst mit ihren Illusionen irren. Daß es allein ihre eigenen falschen Vorstellungen sind, welche die „Ent-Täuschungen“ herbeiführen.

Der einfachste Weg bei der anschließenden Schlammschlacht ist, ihn wegen irgendwelcher verdrehten Tatsachen oder erfundenen Vergehen bei den Behörden anzuzeigen, die daraufhin tätig werden, zum Teil tätig werden müssen. Anschließend freuen sich diese abgefallenen Gralsanhänger sehr, wenn es ihnen gelingt, Abd-ru-shin mit ihren Aktionen zu schaden, weil sie so ihre verletzte Eitelkeit und ihre Rachsucht befriedigt sehen. Nach diesem Strickmuster muß Abd-ru-shin in seinen letzten zwölf Erdenjahren sehr viel leiden.

1929: Abd-ru-shin übersiedelt seinen „Verlag der Gralsblätter“/Tutzing an seine Verlags-hs GmbH „Der Ruf in München. Die Gralsblätter erscheinen nur bis zum Heft 13/1929. Der Verlag gibt hauptsächlich Abd-ru-shins „Gralsbotschaft“ (1931) heraus. 1932/1933: folgen eine englische, tschechische und französische Ausgabe.

19.07.1929: „Weltenwende*

August 1929: Immer mehr Menschen kommen zu den Gralsfeiern auf den Vomperberg. Die können darum nicht mehr im Gralshaus stattfinden. Deshalb wird ein kleiner Holzbau auf Stelzen auf einer Wiese errichtet, dort, wo jetzt der neue Weberhof steht. Er faßt 120 bis 150 Personen und wird später wieder abgetragen.

Dieser Holzbau dient nicht nur als Andachtshalle, sondern auch als Versammlungsraum, zeitweise sogar als Speisesaal.

– Abd-ru-shin will damit auch bewußt demonstrieren, daß die Gottverehrung, z.B. in einer Sonntags-Andacht, erst von der seelischen Beschaffenheit der Menschen und nicht primär von einem geweihten Raum abhängt.

07.09.1929: Abd-ru-shin hält in dieser neuen Andachtshalle die erste Andacht.

29.12.1929: Abd-ru-shin hält in der neuen Andachtshalle die erste Gralsfeier ab.

Im Jahr 1931: Abd-ru-shin ordnet seine Einzelvorträge in Buchform zu einem Ganzen und gibt die vollendete „Grosse Ausgabe“ seiner Gralsbotschaft heraus.

Im Jahr 1931: Bau der Reihenhäuser in der Gralssiedlung auf dem Vomperberg.

Die Gralssiedlung auf dem Vomperberg: Immer mehr Menschen sind von den Vorträgen Abd-ru-shins beeindruckt und wollen den Autor dieser Schriften persönlich kennen lernen. Es gibt auch solche, welche ihn anschließend bitten, auf dem Vomperberg bei ihm bleiben zu dürfen. Das ist Abd-ru-shin gar nicht recht, da ihm seine negativen Erfahrungen aus Heilbrunn noch zu gut im Gedächtnis sind. Nur den drängendsten Bitten gibt er nach. Doch schon bald sind es so viele, daß sie bei den umliegenden Bauern nicht mehr untergebracht werden können. In seiner großen Nächstenliebe beschließt Abd-ru-shin, für diese Gralsanhänger Häuser zu bauen. Bald entsteht daraus die Gralssiedlung mit allem, was dazu gehört. In der Gralssiedlung wird auch nach und nach alles an Handwerksbetrieben eingerichtet, was zum Auf- und Ausbau notwendig ist: Tischlerei mit Glaserei, Schmiede, Malerei, Auto-Werkstatt usw.
Man rechnete am Anfang, also von 1928 bis 1933 damit, daß sich die Gralsbewegung binnen kurzem zahlenmäßig sehr vergrößern würde. Deshalb, so glaubte man, müßte die Gralssiedlung bereits in ein paar Jahren sehr erweitert werden. So wurde beispielsweise jetzt schon ein Tempel mit einem Fassungsvermögen von 12.000 Personen geplant. Dies ist auch der Grund, warum man in der Graissiedlung viele Gebäude nur aus Holz baute, wie man es heute noch sehen kann: Damals glaubte man, diese Gebäude würden in kürzester Zeit doch wieder abgerissen und dann in ihrer endgültigen Form durch Steinbauten ersetzt.
Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus erwachte auch in der Gralssiedlung und besonders bei Abd-ru-shin das Ahnen von kommendem großen Unheil. Abd-ru-shin, immer darauf bedacht, Unheil von seiner Schar abzuwehren, legte deshalb Anfang 1936 auf dem Dachboden des Gästehauses ein Getreide-Lager an, weil er die kommenden Hungersnöte voraussah und den Seinen das Hungern ersparen wollte. Zu dieser Zeit zählte die Gralssiedlung etwa 120 Personen.
Alle Zeitzeugen beschreiben Abd-ru-shin als jemanden, der sehr um das Wohlergehen seiner Angestellten besorgt war. Daß es jenen an nichts fehlte. Aber er legte auch Wert auf ein tadelloses Äußeres und Inneres seiner Mitarbeiter: Korrekter Haarschnitt, saubere und angemessene Kleidung, sowie einen respektvoller Umgang miteinander. Kurz: Charakter, was man auch äußerlich sehen sollte. Wofür er selbst des beste Beispiel gab.

Die Ausstrahlung Abd-ru-shins war zeitweise körperlich spürbar, zuzeiten sogar unerträglich stark. So berichtete ein Gralsanhänger: Er saß oft neben Abd-ru-shin an einem Tisch, um den Fortgang in der Siedlung zu besprechen. Eines Tages stand sein Stuhl am anderen Ende des Tisches. Und Abd-ru-shin sagte, das geschehe deswegen, weil seine Ausstrahlung heute so kräftig sei. Darauf der Gralsanhänger: Ich lasse mich doch nicht von meinem Herrn trennen!“, nahm den Stuhl und setzte sich wieder wie gewohnt neben Abd-ru-shin. Es dauerte nicht lange, da lief ihm der Schweiß über die Stirn. Die unmittelbare Nähe Abd-ru-shins war für ihm unerträglich, und er mußte sich doch wieder an das andere Ende des Tisches setzen. Worüber Abd-ru-shin herzhaft und freundlich gelacht hat. In der Ökonomie wurden auch Tiere angeschafft: Zunächst zwei Pferde, ein Esel, Pfauen (die Abd-ru-shin sehr liebte), weiße Tauben, zwei Hunde, und der Nachtwächter bekam einen Hund namens Bari.

Auch wurde ein Lebensmittel-Laden eingerichtet, damit die Siedlungsbewohner nicht jedesmal nach Vomp zum Einkaufen gehen mußten. In der Gralssiedlung herrschte anfangs eine heute nicht mehr nachvollziehbare Aufbruchstimmung. Alle dort lebenden Menschen waren erfüllt von einer großen Erregung und Aufbruchstimmung. Mit viel Enthusiasmus wurde die Graissiedlung aufgebaut, als „Stätte Gottes auf Erden“.
Man fühlte sich nicht in einem Arbeitsverhältnis, auch wenn man eine geregelte Arbeitszeit hatte und – für damalige Verhältnisse – einen sicheren Job hatte und gut bezahlt wurde.
Nein, man fühlte sich als Gemeinschaft. Das kam auch bei den geselligen Zusammenkünften zum Ausdruck, z.B. bei den Weihnachtsfeiern, wo es mit einer frohen Ausgelassenheit zuging Jedoch haben nicht alle Siedlungsbewohner diesen Pioniergeist in sich wach erhalten, wodurch die Harmonie langsam verschwand. Die große Fröhlichkeit verwandelte sich langsam, aber sicher in eine Sachlichkeit, die ernst und ernster wurde. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hatte auch die „Kirchengläubigkeit“, die so mancher an den Tag legte, anstatt innerlich frei zu bleiben.

Im Jahr 1931: Abd-ru-shins erste Ehefrau Martha wird Gralsanhängerin und nimmt an einer Feier teil.

07.09.1931: Abd-ru-shin beruft seinen Adoptivsohn, Herr Alexander, zum Apostel und zu seinem Schwertträger.

Herr Alexander: Eines Tages kommt Herr Alexander aufgeregt in die Gralssiedlung und ruft zu den Siedlungsbewohnern ganz aufgeregt zu: „Ihr müßt Euch mehr bewegen, Ihr müßt Euch mehr bewegen!“ Nach diesem seltsamen Vorfall steht Herr Alexander ein paar Tage später auf dem Feld bei der Arbeit. Da trifft es ihn wie ein Blitz. Er bricht zusammen. In seinen Augen steht ein namenloser Schmerz, obwohl kein Laut von seinen Lippen kommt. Er erfuhr seit diesem Ereignis eine Gehbehinderung.

Frau Maria erklärte ihn für unheilbar, und tatsächlich erholte er sich nie mehr von diesem Vorfall und blieb für den Rest seines Lebens behindert.
Dies ist folgendermaßen zu erklären:

Der Strahl des Urlöwen, ein Urgeschaffener, der als Diener des heiligen Grales in der Gralsburg dient, hätte genau in diesem Augenblick in den Körper Alexanders eintreten und den ehemaligen Menschengeist Alexander ersetzen sollen. Alexander wäre dann in die lichten Gefilde gekommen, damit der Urlöwe seine Aufgabe hier auf Erden hätte erfüllen können.
Da aber sich Alexander in den Jahren seines Erdenlebens schuldig gemacht hat und durch sein Wollen zu sehr an die Erde gebunden hatte, bildete sich ein Faden, der seinen Geist und seinen Körper verband, um die unmittelbare Verbindung zu der grobstofflichen Erde herzustellen, der zu stark war, um gelöst zu werden.
Alexander hat sich unbewußt durch sein freies Wollen, im Streben nach irdischen Dingen, an die Erde gebunden, und nach dem Gesetz konnte auch der Wille Gottes nicht eingreifen, denn der freie Wille ist unbedingtes Gesetz für den Menschengeist und kann nicht umgangen werden.
Das Aufeinanderprallen zweier Kräfte, also, des freien Willens Alexanders und des göttlichen Willens, dem der Urlöwe stets treu gehorcht, ergibt einen zerstörerischen Zusammenstoß zweier Kräfte, der sich dann katastrophal auf den Erdenkörper Alexanders auswirken musste. Es ist nicht der Umgebung oder den Berufenen zu verschulden, denn eine Strahlenverankerung zwischen einem Urgeschaffenen und einem Menschengeist haengt allein von dem Betroffenen Menschengeist ab, der als Gefaess wirken soll.
Der Urlöwe wurde so durch das Versagen Alexanders an der Erfüllung seines irdischen Dienstes am Herrn gehindert und die Recken, die zum Dienste des Schwerttraegers auserkoren waren, konnten dadurch, Ihren Weg zu Abdruschin nicht finden.
Ausserdem bedeutet das, dass Alexander nach diesem Vorfall kein Urgeschaffener war und nicht in seinem Strahl handelte. Die spaetere Verehrung Alexanders als Schwerttraeger und Urgeschaffener Loewe ist also aus den Gehirngespinsten der fantasievollen Kult-Anhaengerschaft der Gralsbewegung nach dem Tod Abdruschins entstanden und entsprach nicht den Tatsachen.

Im Jahr 1932: Die zweite Andachtshalle wird errichtet. Sie ist aus Holz und steht an der Stelle, wo die heutige Andachtshalle auch steht. In ihr findet die letzte Feier vor dem Abriß am 29.12.1951 statt.
Im Jahr 1932: Bau der Reihenhäuser II in der Gralssiedlung auf dem Vomperberg.

September 1932. Lesekreise der Gralsbotschaft bilden sich in verschiedenen Ländern der Welt. Um den Lesekreisen eine Struktur zu geben, wird von Bekennern der Gralsbotschaft in Berlin der „naturphilosophische Verein von Gralsanhängern e.V.“ gegründet. Das ist der Anfang der Gralsbewegung.

Der „Naturphilosophische Verein Berlin e.V. :“ Abd-ru-shin weist mehrfach darauf hin, daß er keine neue Kirche oder Sekte gründen will. Er bringt mit seiner Gralsbotschaft lediglich schlicht und einfach eine Erklärung des Weltgeschehens. Mehr nicht. Angefangen ganz oben bei Gott und endend ganz unten bei Luzifer. Diese Erklärung beinhaltet logischerweise auch die Wegebeschreibung von der Erde zum Paradies. Seine Botschaft wendet sich an alle Menschen. Seine Gralsanhänger haben Abd-ru-shin gefragt, wenn er denn keine neue Religion bringe, keine Sekte gründe usw., was sollen sie denn den anderen Menschen antworten, wenn sie gefragt werden, was sie da anhängen. Darauf sagte Abd-ru-shin: Eine Naturphilosophie. Weil eine Philosophie ja eine Erklärung bedeutet, und er erklärt mit seiner Gralsbotschaft die Natur, die die gesamte Schöpfung und auch den Menschen umfaßt.
Folglich nennen die Gralsanhänger ihre Gründung einen „naturphilosophischen Verein“

Im Jahr 1932: Abdruschin ordnet die Errichtung einer Feuerlöschtruppe an (freiwillige Feuerwehr), die nach 1945 in eine Betriebsfeuerwehr umgewandelt wird. Sie besteht aus 20 Siedlungsbewohnern sowie 9 Bauern aus der Nachbarschaft als Ersatzmannschaft. Auf den Helmen ist ein Gralskreuz im Ring angebracht. Am 7.10.1932 genehmigt Abd-ru-shin die Feuerlöschordnung. Sie beginnt mit dem Satz: „Einer für Alle, Alle für Einen!“

25.12.1932: Abdruschin hält den Vortrag *Weihnachten 1932″. Darin wird erwähnt, daß Jesus einen leiblichen Vater hat. Nämlich den römischen Hauptmann Kreolus. – Eine Abschrift dieses Vortrages wird durch einen abgefallenen Gralsanhänger an den Abt des Klosters Fiecht (östlich unterhalb des Vomperberges), zur Ausnutzung weitergereicht. Der beschwert sich beim Bundespräsidenten in Wien über diesen Vortrag, weil darin Abdruschin unter anderem die Gottesmutter „in unflätiger Weise“ herabsetze. Das Landgericht in Innsbruck übernimmt den Fall. Der Untersuchungsrichter hält den Straftatbestand nach §303 Strafgesetzbuch („Beleidigung einer gesetzlich anerkannten Kirche oder Religionsgemeinschaft“) für erfüllt. Doch der Staatsanwalt folgt dieser Einschätzung nicht, eine für damalige Verhältnisse beachtliche Entscheidung. Deshalb ergibt sich am 8.8.1935 die instellung des Verfahrens.

30.01.1933: Beginn des „Dritten Reiches“ Tag der Machtergreifung Hitlers. Abdruschin hält einige Neuerungen des Nationalsozialismus für gut, lehnt ihn aber grundsätzlich strikt ab Besonders auch wegen der Juden-Verfolgungen. Daraufhin dichten böswillige abgefallene Gralsanhänger ihm an, er sei selber Jude, was ihn später für Monate ins Gefängnis bringen und beinahe die Einweisung und Ermordung in einem Konzentrationslager verursachen wird. Treue Gralsanhänger beginnen zu recherchieren. Sie weisen Abdruschins „rein-arische“ Herkunft bis ins 16. Jahrhundert nach.

Im Jahr 1933: Bau des Verwaltungsgebäudes in ihm befinden sich die Arbeitsräume von Abd-ru-shin, Frau Maria und Fräulein Irmingard.

Im Jahr 1934: Abd-ru-shin gibt die „Nachklänge“ seiner Gralsbotschaft heraus. Bis 1937 gibt er weitere Einzelvorträge durch die Stimme heraus.

Im Jahr 1935: Das Gästehaus wird gebaut. Da dort zunächst die Schule untergebracht ist, heißt es anfangs „Schulhaus“.

Das Gästehaus erbaut 1935. Es diente hauptsächlich als Schule und Kindergarten.

Ende Dezember 1935: Die neu errichtete Material-Seilbahn Vom – Vomperberg wird in Betrieb genommen.

>>Seilbahn-Bergstation >>>

03.01.1936: Der Zilderer-Hof neben der Gralssiedlung wird gekauft. Zu diesem Hof gehört das Wasserrecht an der Zilderer-Quelle, die auf einer Waldparzelle in 1.100 m Höhe liegt und dem röm.-kath. Benediktinerstift St. Georgenberg gehört. Sie versorgt die Gralssiedlung mit Wasser.

Der Zildererhof 1936

Im Jahr 1936: Die Gralssiedlung entsteht dadurch, daß Gralsanhänger bei Abd-ru-shin nachfragen, ob sie in seiner Nähe wohnen dürfen. Er sagt mit gemischten Gefühlen aufgrund seiner schlechten Erfahrung mit Anhängern in Bad Heilbrunn, aber wegen seiner großen Hilfsbereitschaft dann doch zu. Nach und nach entwickelt sich durch den Zuzug von immer mehr Gralsanhängern die Siedlung . Es bleibt also festzustellen, daß die Gralssiedlung im Prinzip keine Gründung Abd-ru-shins ist. Nun wird diese Gralssiedlung von Abtrünnigen immer wieder als Handhabe mißbraucht, um gegen Abd-ru-shin vorzugehen. Ihre Beschuldigung lautet: Er habe die Siedlung zu dem Zweck gegründet, Menschen zu „fangen*, und sie dann materiell und spirituell auszunehmen. Das kann schon deshalb nicht stimmen, weil Abd-ru-shin einen Großteil der allgemeinen Kosten der Gralssiedlung trägt, nicht für sich, sondern zum Nutzen der Siedlungsbewohner. Unter dem Eindruck dieser ungeheuerlichen falschen Behauptungen formuliert Abd-ru-shin schriftlich sein Ziel, was er mit der Gralssiedlung bezweckt.

Von Abd-ru-shin, Zitat:Mein Ziel – Immer wieder tauchen alle möglichen und unmöglichen Gerüchte auf über mein Ziel und Zweck der Grals-Siedlung auf dem Vomperberge in Tirol.
Diese Gerüchte entspringen jedoch völliger Unwissenheit und werden auch zum weitaus größten Teile aus übler Absicht heraus verbreitet: denn in Wirklichkeit habe ich bisher überhaupt noch keinerlei festen Plan gehabt. Ich schrieb einfach meine Gralsbotschaft nieder, die der Menschheit zu bringen es mich drängte. Da diese Botschaft das Wissen des ganzen Schöpfungswirkens umfaßt, so lückenlos, wie es bisher noch nie gegeben werden konnte, erkennen die Menschen darin genau die Wege, die sie zu gehen haben, um zu innerem Frieden und damit zum freudigem Schaffen schon auf der Erde zu Kommen. Bei dieser Erkenntnis erwachte in manchen Lesern das Verlangen, in meiner Nähe wohnen zu können, um sich in diesem Wissen immer weiter zu bilden und es zum Erleben zu entfalten.
Einigen der dringendsten solcher Wünsche nachgebend, erstand die Siedlung, ohne daß sie im voraus „geplant“ war. Ich gab damit nur der jeweiligen Notwendigkeit nach und formte einigermaßen, was an mich in dieser Beziehung herantrat. Angesichts der nicht nachlassenden mehr oder weniger phantasievollen oder neid- und haßerfüllten falschen Erdichtungen jedoch werde ich mich nun zu einem festen Plan entschließen und diesen auch bekanntgeben: Mein Ziel ist geistiger Art! Aber ich bringe keine neue Religion, will keine neu
Kirche gründen, ebensowenig irgendeine Sekte, sondern ich gebe in aller Einfachheit ein klares Bild des selbsttätigen Schöpfungswirkens, das den Willen Gottes trägt, woraus der Mensch deutlich zu erkennen vermag, welche Wege für ihn gut sind. Alles, was man mir dabei an irdischen Absichten anzudichten sucht, lehne ich ab; denn sie sind fremden Quellen entsprungen und kommen gerade durch alle die, welche sie zu verbreiten und gegen mich zu verwenden suchen. Politische Wünsche oder „Anschauungen“ liegen mir ebenfalls vollkommen fern; denn darin fehlt mir das dazu notwendige Verständnis. Die Grals-Siedlung auf dem Vomperberge in Tirol will ich zu einem „Hort des Friedens“ machen und zu einer „Quelle geistiger Kraft‘ für alle, welche ernsthaft darnach streben. Jeder Besucher des Berges muß als nachahmenswert empfinden, was er sieht und hört, und diese Sehnsucht soll er unauslöschbar mit sich nehmen, bis er selbst sein Erdenleben darnach formt. So tragen dann die Menschen innerlich den Frieden in ihr Heim, ihr Land und mit ihm neue Kraft zu frohem Schaffen. Frieden ist von Zufriedenheit untrennbar! Und darin wurzelnd muß sich Glück entfalten dort, wo das Bestreben rechten Boden dazu findet. Hort des Friedens! Quelle neuer KraftDas auf dem Vomperberge in Tirol zu schaffen, ist mein einziges Bestreben, und das kann nur jedem Menschen, damit auch jeder Familie und jedem Staate Nutzen bringen.

Auf Vomperberg, im Jahre 1936.

Abd-ru-shin.

Zitat Ende.

Abd-ru-shin wurde von der Gestapo mit dem Vorwurf des Eigennutzes gequält und immer wieder gequält, bis zu seinem Ableben, gestützt auf die Aussagen von Abtrünnigen.

Daraufhin erfolgte von ihm eine diesbezügliche Niederschrift, die er im Jahre 1939 in der Verbannung in Kipsdorf machte. Als eine Verteidigung gegen die damals wie heute ungeheuerlichen Anwürfe, und als Bekenntnis seines Wesens.

Auszüge aus dieser Niederschrift:

… Daß ich selbst (mit der Gralssiedlung) keinerlei persönliche Vorteile anstrebe, ist bei einem kurzen Überblicke über das Leben auf dem Vomperberg eindeutig und klar ersichtlich. Allein die vielen Angestellten und Hilfskräfte, die im Jahr ungefähr 70 000 Schillinge ( ~ 12.000 Euro im Jahr 2002, allerdings bei bedeutend niedrigeren Löhnen und Preisen) Kostenaufwand erforderten, waren ja nicht für mich da, sondern es wurde nur durch die Anwesenheit der vielen Mitwohnenden notwendig, zu deren Annehmlichkeit und Bequemlichkeit sie beitrugen. Ich hätte alle diese Menschen nicht gebraucht. Aber es galt als selbstverständlich, daß ich alle diese Kosten allein trug. Nicht anders war es auch mit vielen Dingen, die ich gar nicht besonders erwähnen will. Aber es war, ganz nüchtern angesehen, fast unwirklich, und erst jetzt erscheint mir vieles in einem ganz anderen Lichte. Daß ich noch Tausende Mittagsmahlzeiten an Bedürftige aus Vomp und Schwaz usw, ausgab, vervollständigt das Bild meines Wirkens. Während des letzten Jahres sind auch die Namen aller derer eingetragen worden, die derartige Speisungen geschenkt erhielten, wozu auch oft noch Kleidungen für Erwachsene und Kinder kamen. Auch die Schule war nicht meinetwegen, sondern lediglich um der Kinder der anderen willen notwendig geworden, und es erforderte einen großen, jährlichen Zuschuß von meiner Seite, um Lehrkräfte und Raumverzinsung auszugleichen. Nicht anders erging es mir mit der elektrischen Wäscherei, mit der Küche und den Räumen für die gemeinsamen Mahlzeiten und allem, was dazu gehörte, wie auch mit der Seilbahn, Wegebau und Instandhaltung. Wasserversorgungsanlagen, Feuerwehr, ich kam allein dafür auf, wie überhaupt für alles, was die große Anzahl der Menschen mit sich brachte und zu deren Annehmlichkeiten zählte.

Wenn ich dabei in alle Einzelheiten gehen wollte, müßte es trotz reinster Tatsache unwahrscheinlich klingen, würde aber nur wiederum zuletzt beweisen, daß ich zu sehr in meine schriftstellerischen Arbeiten vertieft war und darin lebte, um zu erkennen, wie oft und vielseitig ich ausgenützt wurde, gerade von allen denen, die sich dann gegen mich stellten, sobald sie nicht mehr Nutzen davon ziehen konnten.