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Es gibt einen Widerspruch zwischen Menschen, die hochmütig sind, und solchen, die sich stets abwerten. Aber beide können nicht natürlich im Jetzt empfangen. Ob in der Übertreibung oder im Mangel hat sich der Mensch einen Filter aufgebaut und kann sich nicht demütig öffnen, um sich im kindlichen Vertrauen seinem Gott hinzugeben und seine lichten Kräfte aufzunehmen.

Das Gleichgewicht zwischen Hingabe, Geben und Nehmen ist meist gestört, was nicht nur zu Dysharmonien in allen Menschensystemen und Beziehungen führt, sondern auch zu deren Zerstörung.

Würde sich der Mensch in jedem Augenblick fragen, ob er mit seinen Gedanken, Worten und Taten in diesem Augenblick Gott ehrt, würde ihm seine innere Stimme durch körperliche Reaktionen schnell klare Hinweise geben. Das setzt jedoch voraus, dass er in der Ruhe ernsthaft in sich hineinhört. Und so fließt vieles erfrischend, verbessernd, fördernd und veredelnd wie von selbst.

Die Gottesgesetze sind einfach zu verstehen, auch wenn ihre allumfassende Ausdehnung nicht zu erfassen ist. Einfach ist es jedoch nicht, alle Gesetze perfekt zu erfassen und umzusetzen. Aber darum geht es auch nicht. Es geht ums Erleben, das sich Tag für Tag zu einem tieferen Verständnis von sich selbst und seinem Umfeld aufbaut – sofern der Geist dies auch will. Das ist kostbar.

„Ist das, was ich gerade denke und tue, das, was Gott ehrt?” Gleich reagieren die Atmung, die Körperhaltung, die Empfindungen und die Gefühle. Eine Antwort kommt sofort. Wenn sich der Mensch diszipliniert und sich diese Frage bei jedem Schritt stellt, ist es anfangs sehr anstrengend, aber es ist wie beim Autofahrenlernen: Erst ist alles mühselig und zäh, dann stimmen sich die Augen, die Hände und die Füße immer besser aufeinander ab und man fährt nicht mehr ruppig, sondern ruhig und fließend. Und jede Verbesserung wird zur Freude.

So ist es auch mit dem wahrhaftigen Gottverehren lernen. Es ist erst mühsam und dann stimmen sich Geist, Seele und Körper besser aufeinander ein und die Seele hebt ab. Und wie beim Fahren kommt der Menschengeist an sein Ziel: erst bei sich in der Liebe, schließlich in seiner geistigen Heimat, in nächstmöglicher Gottesnähe. Das Erleben der Nähe Gottes ohne Handbremse, Ampel und Umleitungen wegen Baustellen und Unfällen ist auch in aller Bescheidenheit ausgedrückt, umwerfend befreiend, beglückend und erhebend!

Doch die Reise ist in der geistigen Heimat noch nicht zu Ende. Auch dort sind die Reiche unfassbar hoch und breit. Das Erleben von Gottes Schaffenskraft, Kreativität und Herrlichkeit nimmt kein Ende. Und auch die Vervollkommnung des Menschengeistes nicht. Die Gottesverehrung schwingt fortwährend in der Empfindung mit, kristallrein, gefüllt mit tiefer Liebe, Ehrfurcht und Dankbarkeit. Und diese sehnen wir uns bereits tief in unserem Inneren hier auf Erden herbei. Denn es darf oben wie unten sein!

Mögen wir immer besser empfinden, auf welche Weise wir Gott ehren können, die Ihm wohlgefällt!

Dann dürfen Hochmut und mangelndes Selbstvertrauen schmelzen wie Schnee in der Sonne.

Virginie Oehmigen

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