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Kauen und Verdauen

Wenn im Leben viel passiert und viele Herausforderungen auf einen einprasseln, kann das auch tragische Nebenwirkungen haben, wenn man nicht richtig damit umzugehen weiß. Jede Situation will gemeistert werden, und der erste Schritt ist immer, die Sache zu akzeptieren und sich mit den Dingen ernsthaft zu befassen, die sich uns darbieten. Das Wegschieben oder das Verdrängen muss immer schwere Folgen nach sich ziehen.

Im Englischen gibt es einen Spruch “someone has a lot on their plate” und dieser beschreibt richtigerweise, dass ein Mensch, der viel auf seinem Teller hat, auch viel zu verdauen hat. Das Geheimnis der Lösung dazu ist, wie man ißt.

Stürzt man sich auf das Essen, verzehrt man es, ohne es richtig zu kauen, muss die Verdauung leiden, muss der Magen und der Darm die fehlende Arbeit nachholen. Vielleicht kommt der Betroffene auch noch zum Erbrechen, bekommt Bauchschmerzen oder Blähungen. Ein Mensch, der schnell alles zu sich nimmt, erfährt auch nicht den Geschmack so intensiv wie wenn er langsam kaut. Im Auskosten wird man den Schichten des Geschmackes bewusst, kann sich den Aufbau der Nahrung richtig vor Augen halten, also was sie enthält. Ein Schnellesser bekommt nicht alles mit. Daher muss er mehr und mehr zu sich nehmen! Er wird nicht satt an dem Geschmack.

Bewusstes Essen ist gleichbedeutend mit Gegenwärtigkeit, und im gegenwärtigen findet das Erleben statt. Bewusstes Erleben führt zu einer stärkeren geistigen Entwicklung, weil der Mensch im Auskosten alles auf sich zustürmenden viel mehr Wissen sammelt, und lernt, gewisse Nahrungen zu vermeiden, als der, der das Erlebnis oder bildlich gesagt, die Nahrung ungeduldig verzehrt. Und doch hat jeder Biss so viel Geschmack wie jede fünf Portionen der gleichen, wenn man sich nur die Geduld nimmt, richtig zu schmecken. So kann der Mensch sein Leid doch verkürzen, wenn er bewusster lebt, und die Nahrung im Kauen und Verdauen, was gleichbedeutend mit erleben und reflektieren ist, richtig verwertet und verwandelt in Wissen, so dass sie ihm nützen! Das macht jeder gute Körper, also lasst uns es von ihm lernen!

Deswegen soll man beim Essen schweigen, seine Gedanken dem gegenwärtigen verwerten und dem auskosten der Speise widmen, damit man auch größeres Dankempfinden erleben kann und weniger von der Speise zu sich nehmen muss, um satt an ihr zu werden. Es führt zu einem freudigen Genießen der Gaben Gottes. So soll es im alltäglichen Leben, bei geistiger- sowie auch bei irdischer Nahrung sein! 

von Marcus Dalby

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