
Wer steht hinter dem Werk „Im Lichte der Wahrheit“, das durch seine schlichte und doch so unendlich tiefe Ausdrucksart Tausende und Abertausende von Herzen berührt? Wer ist der Mann, der sich nur als Diener bezeichnet, der von sich schreibt: „Ich ging aus keiner Gruppe hervor, genoss auch keine Schulung, studierte nicht, und habe mir die Kenntnisse nirgends erworben.“ Und doch ist sein Werk so allumfassend, so genau den Tatsachen entsprechend, findet Widerhall in dem Erleben so vieler Menschen, wirkt auf den wahrhaft Suchenden labend und erquickend! Wie ist es möglich? War er Schriftsteller, Kaufmann, Regisseur, Reisender, Abenteurer, Seher, Naturphilosoph? Alles zugleich oder nichts von allem? Wer war Abdruschin?
Oskar Ernst Bernhardt: Einblicke in sein Leben
Oskar Ernst Bernhardt war Abdruschins bürgerlicher Name, später wurde er unter dem Pseudonym „Abdruschin“ bekannt, was aus dem Persischen (Abd-ru-shin) stammt und „Sohn des Lichts“ bedeutet.
Oskar Bernhardt wurde 1875 in Bischofswerda geboren, eine kleine Ortschaft in Sachsen. Die Familie Bernhardt besaßen dort ein Gasthaus des Namens „Gambrinus“ und er erlebte eine „sonnige Kindheit“, wie er sie selber später beschrieb. Oft sprach er von diesen glückerfüllten Jahren auch von seiner Mutter, die er liebte und bis zu seinem eigenen Tod, in Ehren hielt.
In Bischofswerda besuchte er die Grundschule, darauf die Mittelschule und schließlich verbrachte er 3 Jahre in einer Handelsschule. Früh entsteht dann der Wunsch in Oskar Ernst Bernhardt „Seelsorger“ zu werden was seine Mutter strikt abweist, und auf ihren Wunsch absolviert er eine Kaufmännische Lehre bei der renommierten „Kolonial- Großhandels – Firma C.L. Huste & Sohn“ und arbeitet weiter als Angestellter für zwei weitere folgende Jahre.
Im Rückblick auf sein eigenes Leben, erklärte Oskar Ernst Bernhardt, dass es gut war, dass er die kaufmännische Lehre absolvierte und eine praktischere Arbeit anging, da er dadurch mit allen Arten von Menschen zusammentraf und somit eine bessere Kenntnis der Motivationen und Gedanken der Menschen im allgemeinen, bekam. Er verstand dass diese Zeit ausschlaggebend war für seine spätere Tätigkeit als Schriftsteller und Bühnenautor. Das Erleben und die Erfahrungen die in diesen Jahren folgten, würden später alle seine Werke durchdringen und sie so lebendig machen.
Er traf dann auf seine Frau, aber die Ehe zwischen beiden war schwierig da seine Frau weltlich orientiert war und er sich für ganz anderes interessierte. Auch die Mutter seiner Gattin wurde zum Verhängnis, da sie sich gerne in die Ehe einmischte und einen Keil zwischen die beiden treiben würde. Später führte das voreilige und unüberlegte Handeln der Mutter zur Verhaftung Abdruschins und zu insgesamt über einem Jahr Haft. Dies wurde später von Unwissenden und Feindlichgesinnten als Beweis seines trügerischen Wesens genommen.
Nach seiner kaufmännischen Ausbildung arbeitete er in verschiedenen Betrieben, meist in leitenden Positionen. 1900 entschied er sich, Schriftsteller zu werden, und begann, Reiseberichte und Bühnenstücke zu verfassen. Seine Reisen führten ihn unter anderem nach Kleinasien, London und New York, wo er die Vielfalt menschlicher Kulturen und Lebensweisen studierte. Während des Ersten Weltkriegs wurde er als Deutscher in England interniert und verbrachte mehrere Jahre in einem Lager auf der Isle of Man. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland widmete er sich verstärkt seiner schriftstellerischen Tätigkeit und gründete schließlich den „Orden: Der Gral“, der die Veredelung des Menschentums durch Arbeit an sich selbst zum Ziel hatte.
1928 zog Abdruschin auf den Vomperberg in Tirol, wo er die Gralsbotschaft „Im Lichte der Wahrheit“ verfasste und eine spirituelle Gemeinschaft gründete. Sein Wirken war geprägt von Hindernissen, darunter Verleumdungen und politische Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Erst in 1936 wurde Abdruschin verhaftet weil einer seiner Anhänger, durch die von den Nazis eingeführte Tausendmark Sperre, Geld und Devisen von deutschen insässigen Kreuzträgern in Tirol durch Bankwechsel über die Schweiz über die Grenzen zu schmuggeln versuchte um die Siedlung die vor dem Ruin stand zu erhalten und dann 1938 wurde er von den Nazis verhaftet, als Staatsfeind erklärt und seine Gralssiedlung beschlagnahmt. Nach seiner Freilassung lebte er in Schlauroth und später in Kipsdorf, wo er die seine letzten Jahre in Einsamkeit verbrach. Dort verfasste er weitere Vorträge, vielen von welchen es nie zur Öffentlichkeit schafften.
Abdruschin verstarb am 6. Dezember 1941 in Kipsdorf. Seine sterblichen Überreste wurden zunächst in Bischofswerda beigesetzt und später 1949 in die Gralssiedlung auf dem Vomperberg überführt, wo sie in einer eigens errichteten Pyramide ihre letzte Ruhe fanden.
Nach seinem Tod nahmen sich ehemalige Anhänger vor sein ‚Werk‘ zu ‚vollenden‘ und gründeten eine Kirchgemeinschaft, die heute als die Gralsbewegung bekannt ist. Ob diese Gralsbewegung aus dem Wollen des Autors entsprang wird heute stark bezweifelt, da vieles was von der Gralsbewegung aus entschieden wurde nicht mit dem Gedankengut von Abdruschins Botschaft übereinstimmte. Darunter die Veröffentlichung einer ’neuen Botschaft‘ und die Verbrennung der ‚alten‘.
Abdruschin als Mensch unter uns

Obwohl Abdruschin nie die Aufmerksamkeit auf sein eigenes Leben oder gar auf seine Person lenken wollte, ist es doch notwendig, einige Worte über die Person des Verfassers des Werkes „Im Lichte der Wahrheit“ zu sagen, der sich durch seine umfassenden, unbestechlichen, sachlichen und logisch folgerichtigen Ideen und Lehren einen Namen gemacht hat.
Ich möchte heute nicht über seinen Werdegang, seine Qualifikationen oder seine beruflichen Tätigkeiten sprechen, sondern über ihn als Mensch unter uns.
Oskar Ernst Bernhardt war Abdruschins bürgerlicher Name, später wurde er unter dem Pseudonym „Abdruschin“ bekannt, was aus dem Persischen stammt und „Sohn des Lichts“ bedeutet. Er war ein außergewöhnlicher Mann, vielseitig interessiert und begabt, mit einem unglaublich tiefen Erfahrungsschatz. Er verstand es, Zusammenhänge zu sehen und in einer Einfachheit zu beschreiben, wie es kein Schriftsteller seiner Zeit und vor seiner Zeit vermochte.
Wer ihn kennenlernen durfte, war von seiner unerschöpflichen Güte und Begeisterungsfähigkeit tief beeindruckt. Dabei war er so einfach, bescheiden und unscheinbar, dass er umso mehr auffiel.
Abdruschin hatte die Fähigkeit, in die Seelen der Menschen einzudringen und aus diesem Wissen heraus alle Stärken und Tugenden im anderen zu fördern. Er war auch streng und konsequent, aber alle wussten, dass er dies ihnen zuliebe tat und nie aus Willkür oder Laune handelte.
Menschen aus aller Welt strömten zu ihm, ließen ihr ganzes bisheriges Leben hinter sich, nur um in seiner Nähe verweilen zu dürfen. Politiker, Unternehmer, Wissenschaftler, Ärzte, Anwälte, Fabrikanten, Künstler aber auch einfache Arbeiter.
Sie empfingen einen Hauch der himmlischen Quelle des Lebens, der von seiner natürlichen Einfachheit, Güte und Lebendigkeit ausging. Ihr Wunsch war es, ihm bei seiner Mission zu helfen.
Leider starb er traurig und verraten von den Menschen um ihn herum, die ihn nicht verstanden und ihre materiellen Vorstellungen und Wünsche nicht erfüllt sahen. Aber Abdruschins Ziel war nie irdisch: „Mein Ziel ist geistiger Art“, sagte er einmal vor Gericht, als die Gestapo ihn anhand fälschlicher Gerüchte verhaften ließ, was schliesslich zu seinem Tode führte. Im Grunde kann man ihn mit Worten nicht beschreiben, ohne ihn zu reduzieren.
Sein Werk, die Gralsbotschaft, die er in 1931 vollendete, ist der Weg zum Verständnis seiner Person. Er brachte den Wahrheitsdurstigen die Wahrheit, den Ungerechten die Gerechtigkeit, den Ungeliebten die Liebe durch sein Wort, für das kein Leben ausreicht, die ganze Tiefe zu erfassen.
Die Gralsbotschaft weist den Weg, den der Mensch verloren hat. Den Weg zurück in die Heimat, in das geistige Reich Gottes!
Geschrieben von Marcus Dalby



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